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italy 2-4-2002 --> 13-5-2002 |
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![]() grenze italien |
Donnerstag 04.04.02 13.Tag
Italia
Um 11.30 Uhr geht es lockerflockig 20km weit nach Bozen um an der uni dort an paar nette Bilder für die Unicum zu machen und die aufgestauten E-Mails und Fotos zu verschicken bzw. zu beantworten. Doch in Bozen müssen wir erkennen, dass die uni gerade umgebaut wird und es ziemlich schwierig für uns ist ein paar gescheite Bilder zu machen. An die Uni PCs können wir auch nicht und werden stattdessen an die Uni-Pressestelle verwiesen. Dort werden wir super aufgenommen und uns wird sogar ein eigenes Büro zur Verfügung gestellt. So verbringen wir bei Bombenwetter den ganzen tag in diesem Büro und brechen dann gegen 17.30 nach Trento auf. wild zu übernachten war in dieser gegen wegen Obstplantagen unmöglich und so mussten wir uns mit einem Campingplatz begnügen.
Stationen: Bozen, Auer |
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![]() passo abetone |
Freitag 05.04.02 14.tag
Fotokurs
Wir glauben fest daran: von Bozen nach Rovereto ist wohl der beste Radweg der Welt. allerdings verlassen wir nach 80km gegenwind den weg entlang der Adige und fahren schnurstracks in die Berge. Die strecke nach Trento kannten wir ja schon, speziell Strullar, der letzten Sommer auch hier einen seiner zahlreichen platten hatte. Doch er kann sich freuen das Schotterstück wird gerade ausgebessert und asphaltiert. Quincy fotografiert superprofessionell steppe vor Kirschbäumen, da hat sich Steppes Crashkurs ausgezahlt. einen neuen Rekord gibt es auch noch zu verzeichnen: steppe verschwindet über eine halbe stunde im Supermercato. ab Rovereto geht es steil bergauf, ein traumhaftes Tal eröffnet sich uns.
Stationen: Bozen, Trento, Rovereto |
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![]() zeltplatz proffesore |
Samstag 06.04.02 15. Tag
Professore
Es regnet. Wir müssen raus, denn wir wollen nicht schon wieder ein Etappenziel, diesmal beim Professore, im dunkeln erreichen. Aber bevor wir im Schnitt mit 9 km/h den Pass hochkriechen genießen wir Steppes superdelikates Frühstück: furztrockenes Toastbrot mit Igittkäse zum Pass: totaler Gegenwind, rollen wir eigentlich rückwärts? Schwitzen und frieren wechseln sich ab. Ich Frage nur, ab wann kippt ein Rad nach hinten? Und an welcher Steigung kann man nach einer Fotopause nicht mehr anfahren? Aber die Abfahrt entschädigt volle pulle in 5 min durch Vicenza. Bis beim Steppe Alu aus der Felge austritt und den linken Vorderen Bremsklotz durchtrennt. Die Alukannte wird mit einem Schraubenzieher abgekratzt und weiter geht’s. Hoffentlich ist Professore da, und tatsächlich die Tür geht auf und wir werden freudestrahlend begrüßt. Tee Dusche und Nudeln warten. Abends fahren wir mit Alberto und Federico nach Montagnana und Vicenza.
Stationen: Schio, Vicenza, Noventa |
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Sonntag 07.04.02 16.Tag
Italienische Tagebuch
Wir schlafen nach einer Nacht in Vicenza aus und reparieren danach um ca. 12.00 Uhr unsere Räder. Was nun für diesen tag im Tagebuch steht kann ich nicht wiedergeben, da dies Federico geschrieben hat, auf italienisch.
Stationen: Hof |
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![]() zeltplatz modena |
Montag 8-4-2002 17. Tag
Alkohol und Zwieback
Um 3 Uhr morgens kommen wir halbbesoffen aus Montagnana zurück. Alberto frisst beim Professore mal wieder alles weg. Morgens Verabschiedung von der Familie und Abfahrt. Neuer Rekord aufgestellt: Auf nur 27km mussten wir 7 mal pinkeln ohne zu trinken!!! Super Leistung. 10min später: 1. Gore-Tex Kompletteinsatz.. Wir sind in voller Montur und erfreuen uns an dem Mist, den die Lkws in unser Gesicht fliegen lassen. Quincy soll Brot kaufen im italienischen Bioladen. Als er raus kommt hat er eine Packung Zwieback in der Hand. Auch neuer Rekord: Angeblich hatten sie kein Brot. Aber immerhin hat er nicht wie im letzten Jahr anstatt Schmierkäse Hefe gekauft. Super Leistung. Aber wir essen trotzdem. Wir lassen unsere Italienischkenntnisse aufblitzen und ergattern Schlafplatz bei Modena hinter Pizzeria aber wir haben bis heute noch keine Pizza gesehen, dafür 16mal Nudeln.
Stationen: Montagnana, Mirandola , kurz vor Modena |
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![]() zeltplatz seramezzo |
Dienstag 09-04-2002 18. Tag
Gore-Tex Teil 2
Plitsch, platsch, wir hören das tolle Wetter schon aus dem zelt heraus. Wir haben beide keinen Bock und brechen erst um 13.00 Uhr auf. Gore-Tex Teil 2. Eisig kalt und total nass geht es nach Seramezzo. Das Regenwasser läuft uns in die Hand-Schuhe. Toll. Wir kommen nur noch sehr langsam und schleppend voran, es wird noch kälter und es geht noch höher. In einem kleinen Bergdorf sehen wir eine kleine Hausgarage, die leer steht. Wir versuchen Bewohner danach zu fragen, doch irgendwie kann oder will sich keiner dazu äußern, außer ein Schäferhund, der nicht aufhören will zu bellen. wir beschlagnahmen die Garage dennoch und schlafen mit einem etwas mulmigen Gefühl ein.
Stationen: Modena, Seramezzo |
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![]() florenz bei nacht |
Mittwoch 10.04.02 19.Tag
Die 1. Verwandten
Wir werden relativ früh wach und hoffen, dass es nicht regnet. Die Geräusche der vorbei- fahrenden Autos klingen sehr vielversprechend. es könnte trocken sein. Tatsächlich, trocken, allerdings wieder steil bergan. dies geht, mit kurzen Unterbrechungen die nächsten 60 km so weiter. Die Temperaturen erreichen den Gefrierpunkt. Quincy hat heute das Arrassyndrom, er denkt den ganzen Tag er müsse pinkeln, doch er kann nicht. Zwischendurch befreien wir noch eine Ziege, die sich in einem Zaun verfangen hat. Oben auf dem Pass angekommen denken wir, nun geht es bis Pescia nur noch bergab, doch nach 15km heißt die Stadt nicht Pescia, sondern Lima und wir biegen nach links ab. Bergauf!!!! Der Berg will nicht enden und es wird so langsam dunkel. Wenigstens hat sich das Wetter in den letzten 2 Stunden etwas freundlicher gestaltet. Die Abfahrt war dann, bis auf den herrlichen Blick auf das hellerleuchtete Florenz, die Hölle. Man sieht kaum mehr etwas und ich habe selten so eine lange Abfahrt, wie diese erlebt. Na ja, in Pescia angekommen wird erst mal die Polizei gefragt, wo sich unsere gesuchte Adresse befindet. Ruckzuck waren wir da und wunderten uns nicht schlecht, dass Davide uns in einem Affentempo nach Montecatini lotst. Nach Dusche und Pasta schlafen wir erschöpft ein.
Stationen: Abetone, Lima, Pescia, Montecatini |
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![]() schlafplatz montecatini |
Donnerstag 11.04.2002 20.Tag
Gelati
Wir schieben bei Steppes Cousin David zwei Ruhetage ein, die wir uns, zumal es ziemlich stark regnet und wir eh gut in der Zeit liegen, uns wohl auch verdient haben. Wir erledigen also mal wieder die Computersachen, teils am Laptop, teils im Internetcafe, wobei diese bei 5€ in der Stunde nicht besonders günstig sind. Sachen werden noch gewaschen, ein wenig mit Tanja und David Italienischkenntnisse aufgefrischt und relaxt. Das tut uns wirklich mal ganz gut. Abends wird die erste italienische Pizza verspachtelt, die uns allerdings nicht so recht vom Hocker haut, wir sind ja auch vom Boss in Sachen Pizza in letzter Zeit sehr verwöhnt worden. Dafür haute uns dann das Eis von „Da Gomma“ vom Hocker. Wir meinen: Das muss es wohl sein, Das Beste Eis Der Welt. In der Nacht hatten wir noch ein kleines Experiment mit der Telefondose. Wir loggten uns mit Hilfe der Fliegenbeine ins Internet ein und waren erst mal froh, dass es überhaupt irgendwie erst mal funktionierte.
Stationen: Montecatini |
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Freitag 12.04.2002 21.Tag
Nach Hause telefonieren
Kein besonders aufregender Tag. Wir besuchten mal wieder ein Internetcafe, wunderten uns warum die Wäsche nicht trocken werden will und besuchten im Gegensatz zu gestern ein chinesisches Restaurant. Wieder mal nicht besonders gut, doch das Eis von „Da Gomma“ entschädigt wirklich und Quincy überlegt, ob er nicht dableiben sollte. Am Abend telefonierte Quincy das erste mal mit seiner Mutter, was schon ein gutes Gefühl war, obwohl wir ja noch gar nicht so lange unterwegs sind. Abends wurde das Telefondosenexperiment zur Perfektion getrieben.
Stationen: Montecatini |
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![]() vor pisa |
Samstag 13.04.2002 22.Tag
Pisa
Jetzt haben wir schon zwei Tage auf besseres Wetter gehofft, doch es gießt immer noch aus allen Kübeln. Wir packen uns wasserdicht ein und brechen gegen 12.30 Uhr gen Pisa auf. Nach 2,8 km halten wir an, da der Regen so stark geworden ist, dass wir uns gegenseitig suchen müssen. Wir fahren nach einer kleinen Pause weiter und müssen wieder unterbrechen. 30°C in der Sonne. Wir schwitzen uns kaputt und ziehen uns komplett um. Kurze Klamotten sind jetzt angesagt. Weiter nonstop bis nach Pisa. Hier kann Steppe sich endlich mal wieder richtig austoben, indem er zwei Filme nur mit Gebäuden und Türmen durch die Kamera jagt. Danach lassen wir uns den Weg zur SS1 von einem Carabinieri erklären. Die SS1 ist die Straße Nummer eins in Italien, zu vergleichen mit der B1 in Dortmund nur landschaftlich viel, viel schöner. Mit Palmen, Feldern und Bauernhöfen. Aber die Zeltplatzsuche gestaltet sich als sehr schwierig. Wir fahren eine Tankstelle an und fragen den Tankwart: „ Dov´ e possible dormiere una notte in una tenta?“ Er guckt uns von unten bis oben an und sagt:„ It is not good to sleep in a tent, because there are all bietsch!“ Wir guckten uns an und sagten „ Ahhh, everywehre beach.“ Und dachten das ist doch gar nicht so schlecht. Nach einigem hin und her sagte er wieder: „ Not good, you can buy sex with money, there are all over bietsch.“ Jetzt verstanden wir was er uns sagen wollte: „ Everywhere are bitches“. Er schickte uns 5km weiter zu einem US Base Camp.An der Schranke ein bewaffneter Amerikanischer Soldat, einige Polizisten und junge Mädchen. Wir fragen ob wir eine Nacht unser Zelt im Camp aufschlagen könnten. Der Soldat guckt uns an: „ Do you have any passport?“ „ Yes we have.“ Absteigen, suchen, Gummi-bänder von den Taschen lösen und Pässe abgegeben. Damit hatten wir nicht gerechnet. Freundlich nimmt er die Pässe entgegen und telefoniert mit seinem Chef. Optimistisch warten wir einige Minuten bis er wieder aus seinem Wach-häuschen herauskommt. „ do you have a second passport or driver licens?“ „Yes of corse, we have a driver licens.“ Wir geben ihm also auch noch einen internationalen Führerschein. Er gleicht beide Ausweise ab. Wir denken jetzt ist alles okay, doch dann sagt er uns, dass eine Stadt weiter ein Campingplatz sei. Er gibt uns unsere Pässe zurück... wir hätten ihn zerlegen können. Wir fahren einen Busch gegenüber dem Camp an und wollen unser Zelt aufschlagen mit der Meinung, dass es hier sehr sicher ist. Sekunden später spürt uns ein Hund auf und verjagt uns aus dem Gebiet. Richtung Tirrenia fahren wir in einem Wald und finden nach einiger Zeit einen netten Platz zum Zelten. Wir wundern uns nur über die Damenunterwäsche, die in dem gesamten Wald auf dem Boden liegt und teilweise schon verwest ist.
Stationen: Montecatini, Pisa, Tirrenia |
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![]() zeltplatz livorno |
Sonntag 14-04-2002 23.Tag
Irrfahrt
Bestleistung! Wir glauben wir haben mal wieder einen neuen Rekord: Abfahrt erst um 12.30 Uhr mal wieder im strömendem Regen. Wir retten uns vor der Flut bis zu einem stillgelegtem Puff, wo wir erst mal frühstücken. Ziemlich öde Gegend hier, Hotel an Hotel alles irgendwie anders als gestern. Zügig fahren wir weiter bis Livorno. Ein riesiger Hafen, total vergammelt, dreckig, verlassen und ausgestorben. Hier ist am Sonntag keine Menschenseele zu sehen. Als wir dann aus der Stadt wieder herausfahren wollen, dürfen wir nicht auf die SS1, weil sie hier eine Autobahn ist und so irren wir rund 1,5 Stunden durch die Stadt, durch Kleingärten und Industrielandschaften bis wir endlich herausfinden. Und schon kurz nach Livorno ändert sich das Bild der Straße wieder. Es sieht aus wie an der Cote d´ Azur. Alles piek fein und sauber. Wir machen einen kleinen Schokoladen Stop an einem Supermarkt. In dieser viertel Stunde haben mindestens zehn Menschen eine oder zwei Schachteln Zigaretten an dem Automat gezogen, der hinter uns an der Wand war. Wir haben den falschen Job. Dann wieder die Suche nach dem Nachtlager. „Dürfen wir hier zelten?“ Antwort „Nein, das ist privat!“ Na deshalb haben wir ja eigentlich gefragt. Also weiterfahren, wie immer. In Cecina biegen wir ab zu einem Fluss und werden mitten in einem Bambuswald fündig. Eine kleine Lichtung ermöglicht es uns das Zelt auf Bambusfederkern aufzubauen und so bequem wie noch nie zuvor zu schlafen. Zumindest bei Steppe war das so. Quincy hat eher die Seitenwand in der Nacht mit seiner Schulter ausgebeult. Und dazu roch alles sehr streng nach Knoblauch hier. Vor dem Abendessen hat Steppe sich noch einen Bambus Schlagstock geschnitzt, um endlich den wilden Hunden zu zeigen, wer der Boss ist.
Stationen: Tirrenia, Livorno, Cecina
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![]() elba im original |
Montag 15.04.2002 24.Tag
Auf nach Elba
Wir stehen um 8.00 Uhr auf. Steppe meint, dass es definitiv zu früh wäre, doch wir einigen uns , dass es doch besser ist, da wir ja heute noch Elba erreichen wollen und nicht wissen, wann die Fähren ablegen. Wir starten also nach ausgiebigen Frühstück um 9.30 Uhr und fahren auf einer Seitenstrasse der SS1 bis Piombino. Unterwegs treffen wir einen Opa, der bis zur Fähre mit uns mitfährt. Er gibt uns nützliche Tipps, welche die günstigste Fähre ist. Als Preis lässt er uns mächtig schwitzen, obwohl er nur einen Klappergaul besitzt, mit dem wir nicht einmal im Traum zur Kneipe Fahren würden. Dann geht’s mit der Fähre ca. eine Stunde über das Meer auf die Insel. Auf Elba angekommen beschäftigen wir uns etwa eine Stunde mit der Supermarktsuche. Danach geht es von Porto Azzuro in Richtung Lancona weiter. An einer Bucht halten wir an und untersuchen den Felsen auf Übernachtungstaug-lichkeit. Wir entscheiden, dass es sich hier um einen perfekten Zeltplatz für uns handelt, und schlagen nach kleinen Gärtnerarbeiten das Zelt auf. Davon mal abgesehen gibt es auf Elba ja auch nur etwa 100 Campingplätze.
Stationen: Cecina, Piombino, Porto Azzuro
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![]() zeltplatz auf elba |
Dienstag 16.04.2002 25.Tag
Villa Napoleon
Können ohne größere Zwischenfälle auf unserem perfekten Schlafplatz übernachten. Wir bauen aber trotzdem unser Zelt schon um 8.00 Uhr ab und frühstücken auf unserem malerischen Felsen. Zwischendurch schaut noch eine Mountainbikeomi vorbei, dann fahren wir um 9.30 los. Nach etwa 400m schauen wir uns noch mal ein wenig wehmütig zu unserem Felsen um und siehe da, ein riesiger Reisebus karrt gerade eine Seniorentruppe zu „unserem“ Felsen, der, wie es scheint, ein recht beliebter Aussichtspunkt ist. Das war knapp. Auch wenn es Alexander nicht gefällt, wir würden es immer wieder machen. Nun lernen wir, dass Elba keine flache Insel ist und erreichen nach einigen Auf-und Abstiegen Napoleons Villa. Wir werden blöd angemacht, weil wir mit Rädern das Gelände betraten. Das gefällt uns natürlich nicht, zumal man mit den Rädern wirklich niemanden stören konnte. Dagegen ist der Eintritt zu Haus und Galerie frei, was uns natürlich schon mehr gefällt. Wir vermuten, dass die Leute hier durch die zahlreichen Touriandenkenbuden, trotzdem ein ziemlich gutes Geschäft machen. Auf Elba ist übrigens heute Feiertag, weshalb die Geschäfte heute geschlossen bleiben und da auch noch unsere Toremarfähre streikt, müssen wir auf die etwas teuere Mobyline umsteigen. Abends begeben wir uns mal wieder auf Schlafplatzsuche, wobei wir uns heute ein besonders schönes Plätzchen im Wald ausgesucht haben, in welchem es vor Mücken und Kriechtieren nur so wimmelt. Wir lassen uns nicht abschrecken duschen und essen. Das Ende vom Lied: Siehe Morgen.
Stationen: Piombino, Follonica
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![]() zeltplatz capalbio |
Mittwoch 17-04-2002 26.Tag
Skorpion, Tornado und Panda
Heute erlebten wir einen unglaublichen Tag. Zwei mal haben wir dem Tod ins Auge geblickt. Morgens hockte ein schwarzer Skorpion auf Quincys Ortliebsack und mittags sahen wir einen Tornadowirbelsturm. Das Unglaublichste erblickten wir allerdings am Nachmittag. Fiat Panda Kombi. Arschcool. Zum anderen tat sich etwas in unseren Bilanzen. Die Mückenstichbilanz gestaltet sich noch ausgeglichen (5:5), doch in der Fahrradumfallstatistik hat Quincy ganz klar die Nase vorn (5:2). Außerdem beobachten wir, dass die Nutten hier irgendwie alle gleich aussehen, nicht , dass wir soviel Zeit für diese Analyse hätten , aber sie sind schon auffällig, wie sie so lässig, in schöner Regelmäßigkeit am Straßenrand stehen. Des Weiteren fiel uns auf, dass das Wetter auch mal morgens super und nachmittags scheiße sein kann, anders halt als an den letzten Tagen. Auch standen wir heute zwei mal in Sackgassen, da die gut ausgebauten Straßen zu Wegen wurden um dann letztendlich auf irgendeinem Hof zu enden. Doch wir ließen uns nicht entmutigen und ergatterten einen tollen Schlafplatz an einer Pferderennbahn, sogar mit Dusche, O.K. Wasser aus dem Gartenschlauch, aber für uns also genauso gut.
Stationen: Follonica, Grosseto, Magliano, Capalbio
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![]() verbrannte beine in rom |
Donnerstag 18.04.2002 27.Tag
Im Kloster
Die heutige Nacht war sehr unruhig. Wir haben die ganze Nacht ein Vögelfiepen , Pferdewiehern und LKW brummen gehört. Frühstück bei strahlendem Sonnenschein wieder auf der Rennbahn-Tribüne. Wir sind optimistisch heute nach Rom zu kommen und starten komplett in kurzen Radsachen. Dieses stellte sich aber abends als total falsche Entscheidung heraus. Es war zwar nicht superheiß, doch die Sonne hatte immer freie Bahn auf unsere Arme und Beine... Wir folgen der SS1 (eine Art Autobahn, bei uns würde man sie A40 nennen) bis Rom und sehen unterwegs zwei Glaubensbrüder. Der eine ein Franziskaner Mönch, mit Bibel unterm Arm, kommt uns wie aus dem Nichts auf der SS1 entgegen. Der andere kniend im Straßengraben betend gen Osten. Doch der Tag endet noch religiöser: Nach einigem hin und her landen wir schließlich wieder 20 km außerhalb im Kloster bei Steppes Tante. Doch bis dahin haben wir mindestens sieben Leben verbraucht. Angeblich führen alle Wege nach Rom: Aber a) werden sie immer enger, b) immer gefährlicher und c) fahren die Autos, Roller, Busse und LKWs was immer die Ampel auch anzeigt. Ob grün, gelb oder rot, wer zuerst kommt und Platz Oder nicht fährt eben. Wir haben uns wie in einem Computer Spiel gefühlt (wie z.B. Frogger) indem man einfach nur überleben muss. Hergefunden haben wir mit Hilfe eines Kroaten der jetzt in Italien lebt und uns mit seinem Jeep bis vor die Klostertür eskortiert. Die Tür geht auf und schon nach kurzer Zeit werde ich als Neffe wiedererkannt und wir werden hereingebeten. Dusche, Bett, ein Telefon und ein leckeres Abendmahl runden den Tag erfolgreich ab.
Stationen: Capalbio, Tarquinia, Civitavecia, Rom
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![]() daad lektorin christiane |
Freitag, Samstag, Sonntag 19.04.2002 28., 29., 30.Tag
Roma
Nun haben wir es also geschafft. Das erste Etappenziel ist erreicht. Roma. Wir begeben uns auf der Suche nach der Universität Tre. Das dauert ca. eine halbe Stunde, weil sich selbst die Römer, welche 100m von der Uni entfernt wohnen, sich nicht einig sind, wo diese sich befindet. Egal, irgendwann ist die Uni dann aber doch gefunden, leider hilft uns das auf der Suche nach der DAAD-Lektorin Kristiane Michels auch nicht weiter. Unauffindbar für uns an diesem Tag obwohl sie, in einem anderen Raum eine Konferenz hatte, an dem wir mindestens 10mal vorbeigerannt sind. Dies stellte sich aber erst am nachfolgenden Tag heraus. Dafür finden wir aber den Computerraum, in welchem wir uns kurze Zeit später in einer Informatikvorlesung befinden. Dabei wollten wir nur unsere Post lesen und der nette Mann am Pult ließ uns gewähren. Dass dies der Professore war stellte sich 20 Minuten später heraus als ca. 30 Studenten in den Raum stürmten und die Computer belegten. Am nächsten Tag trafen wir Kristiane dann doch noch und mussten feststellen, dass sie echt jung und verdammt nett ist. Sie improvisierte für uns zwecks Fotoshooting eine Unterrichtsszene lud uns zu Pizza und Eis ein und vermittelte uns Serena, eine gebürtige Römerin, die uns ein wenig Rom zeigte mit uns Pizza aß und bei der wir, trotz Klosterschlüssel und damit freier Sperrstunde nächtigten. Sonntag war dann eher unspektakulär. Computerkram, Radreparatur und rumgammeln eben. Aber dafür war das Wetter auch nicht so toll, dass man unbedingt hätte was unternehmen müssen. |
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![]() pizza |
Montag 22.04.2002 31.Tag
Touriprogramm
Wir wollten um spätestens 10.30 nach Rom aufbrechen, denn wir haben viel zu erledigen. Doch nachdem die Nonnen, speziell Sorella Alba uns mal wieder ein köstliches Frühstück gezaubert, wir unsere Taschen gepackt, uns von den Nonnen mit Blumen verabschiedet und Steppe eine Ewigkeit an seinen Schuhplatten geschraubt hat, sind wir dann auch schon um 12.30 Uhr startklar. Petersdom, Kolosseum und Stadtuni stehen dann auf dem Plan. Uni Tre muß aus Zeitgründen für heute leider ausfallen. Dafür müssen wir morgen noch mal in voller Montur hin, aber das machen wir ja gerne...... Heute aber fahren wir noch zu Sonja, die uns spontan und supernett aufnimmt. Wir quatschen noch bis in die Nacht hinein und finden es ein wenig schade, dass wir uns nicht mit ihrem Mann Roberto unterhalten können.
Stationen: Roma La Giustiniana, Roma Ciampino |
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![]() im kloster in rom |
Dienstag 23.04.2002 32.Tag
Zusammenfasung
Uni, Computerkram, Via Appia Antica, vor geschlossener Tür bei Serena stehen , super Essen bei Sonja, so koennte man den Tag zusammenfassen, und das tun wir auch.
Stationen: Roma |
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Mittwoch 24.04.2002 33. Tag
Besuch aus Deutschland
Unser erster Tag an dem wir nur in Rom ohne irgendwelche Verpflichtungen rumgammeln wollen. Dies gelingt uns über weite Strecken hervorragend. Klar ohne ein paar Fotos wäre Steppe nur ein halber Mann und sogar Quincy gelingt ein ganz gutes Bild an der Sao. Paolo Kathedrale mit Steppe am Brunnen. Sogar perspektivisch. Man sieht ein Monat Privatvolontariat bei Steppe hinterlässt die ersten Spuren. Innenstadt und Tourianziehungspunkt spanische Treppe werden auch noch, und sogar ohne Stadtplan erkundet. Trevibrunnen sahen wir dann wieder mit Stadtplan, welchen wir einem italienischen Touristen abgeluxt haben. Abends werden noch die beiden Maedels vom riesigen Busparkplatz abgeholt und Richtung Ciampino in den Zug gesetzt. Wir konnten dann zusehen wie wir mit den Rädern dort hinkommen. Doch ca. eine halbe Stunde später bewältigten dann auch wir, teils mit Rad, teils mit Zug, die Strecke. Abends saßen wir dann alle bei Sonja und Roberto im Wohnzimmer und freuten uns, dass alles so gut geklappt hat. |
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![]() begleitung bei uns |
Donnerstag 25.04.2002 34. Tag
Weibliche Begleitung
Heute ist es dann soweit. Der erste Tag mit Rad und Mädels. Roberto begleitet uns noch ein wenig und dann geht es auch schon in Richtung Albaner Berge gen Süden. Nach ersten kleinen Meinungsverschiedenheiten, Stau aus Rom heraus, weil heute italienischer Nationalfeiertag ist, und Nicoles Atemproblemen kommen wir recht zügig voran und sind im Ganzen ziemlich stolz auf unsere Freundinnen. Das Wetter ist sehr wechselhaft und wir fahren gegen Abend ein Privatgrundstück an und nächtigen auf einem Mohnfeld. Zum Abendessen tischen wir groß auf. Fleisch im Überfluss, Spargelcremesuppe, Reis und sogar Bier standen auf unserem Speiseplan. Wir glauben nicht, dass es so weiter geht ( zumindest was das Essen angeht)
Stationen: Roma, Velletri, Cisterna |
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![]() cafe |
Freitag 26.04.2002 35.Tag
Ein herrlicher Abend
Stehen bei bestem Wetter auf. Die Sonne knallt und Quincy darf mal wieder wegen Pellerei mit Armlingen starten. Steppe und Nicole verkünden, dass uns ein Auto den Ausgang versperrt, was sich aber glücklicherweise als Irrtum herausstellt, da es auf einem Nebenweg steht. Falscher Alarm!!! Anfängerfehler. Wir radeln bei bestem Wetter auf herrlichen Seitenstrassen in Richtung Abruzzen nach Cassino. Die Nachtlagersuche gestaltet sich heute besonders einfach. Wir fragen einfach an einem Haus an, ob wir im Garten nächtigen können und siehe da, nach einigem diskutieren verbessern wir unsere Nachtlage 3 mal. Ist das der Frauenbonus? Aber was tut man nicht alles für eine Dusche im Hühnerstall. In Cassino zeigt uns ein alter Opa den Weg, der Quincy wie seinen Neffen behandelt. Sogar mit Handschlag!! In der Nacht gibt es noch eine kleine Überraschung zu bestaunen. Nicole holt eine CD mit Musik und Fotos vom Quickels heraus. Nette Abwechslung.
Stationen: Cisterna, Arce, Cassino |
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![]() gastfamilie benevento |
Samstag 27.04.2002 36.Tag
Sonnencreme und Dauerregen
Das Schnattern der Hennen und Küken holt uns aus den Träumen. Nachdem wir uns eingecremt haben, stellen wir fest, dass die Sonne nicht scheint und Sonnencreme heute nicht benötigt wird. Mit langen Trikots starten wir und befahren fast den ganzen Tag autobahnähnliche Straßen bei strömenden Regen. Aber wir kommen gut voran (Christiane fährt die ganze Zeit im Windschatten von Kai...) und sind bei knapp 100 km (YIPPIEH!) und dicken Beinen bei Benevento. Dort fragen wir wieder bei Privatleuten und werden herzlichst aufgenommen. Kaffee, Kekse, Schinken, Parmesan, Licht und Toilette nehmen wir dankbar an. Den gemeinsamen Fernsehabend lehnen wir ab und genießen stattdessen Spaghetti und Kaiserschmarren (heute mit Milch statt Wasser). Der Abend endet mit Musik aus dem Weltempfänger und täglicher Arbeit von Steppe und Kai: Routenplanung, Tagebucheinträge ins Notebook übertragen usw.
Stationen: Cassino, Pietra Vairano, Benevento |
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![]() schlafplatz savignano |
Sonntag 28.04.2002 37.Tag
Italienische Gastfreundschaft
Zum Frühstück werden wir mal wieder von Antonia verwöhnt. Sie bringt uns wie gestern Abend Kaffee, Milch und Schinken. Als wir dann endlich aufbrechen wollten fragte uns Antonia ob wir nicht vielleicht doch noch einen Tag ihre Gäste sein wollen. Wir dachten uns nur, bloß nicht weiter nachdenken sonst bleiben wir tatsächlich noch und kommen gar nicht mehr in S.Isidoro an. Dennoch, das Angebot war schon sehr verlockend. Ihr Sohn Carlo brachte Quincy noch Kleber für Quincys Radständerpinöppel, den er aber schlauerweise dort vergaß. Durch Benevento ging es sehr schleppend voran, da die Beschilderung, auch wegen einer Baustelle sehr schlecht war. So landeten wir zwischenzeitlich auf einer stillgelegten Ausbaustrecke und überfuhren unnötigerweise einen ziemlich steilen Berg um dann endlich auf einer paradiesischen, wenn auch etwas anstrengenden Strecke quer durch die Abruzzen zu starten. Wie gesagt, es ging zwar jetzt nicht mehr steil, aber dennoch stetig bergan und die Mädels kommen an ihre Grenzen zumal es auch noch im Gegensatz zu Gestern sehr heiß ist. Sie begriffen auch sehr spät, dass die Abfahrten zwar eine Erholung sind, es danach aber wieder hoch ging. Der Schlafplatz, den wir gegen Abend auserkoren haben gehört wohl zu den besten auf der bisherigen Strecke. Wir mussten erst mal einen Fluß überqueren, um dann völlig ungestört zu nächtigen. Gewaschen wurde sich auch im Fluß. Marco kam noch in den Genuß endlich sein langersehntes Feuer zu machen und so konnten alle zufrieden und auch etwas müde einschlafen.
Stationen: Benevento, Buonalbergo, Savignano |
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![]() fiat trecker |
Montag 29.04.2002 38.Tag
Vom Eisbaden zum Sommerhaus
Christiane und Quincy stehen gegen 8.00 Uhr auf, gehen runter zum Fluß und waschen sich im eiskalten Wasser. Nicole und Steppe sind mittlerweile auch schon wach. Fotosession am Fluß. Da das Wasser arschkalt war ist die Lage relativ angespannt. Steppe will gute Bilder machen aber wir merken unsere Füße kaum noch. Steppe hat Spaß, wir nicht . Wir schieben weiter , Steppe hat kein Späßchen mehr. Dann geht es eigentlich bis Cerignola nur noch bergab und wir kommen zügig voran. Die Mohnfelder sind der Hammer. An den Straßenrändern blühen Blumen in einer Blumenvielfalt, bei der so mancher Kleingärtner vor Neid erblassen würde. Das Wetter wird gegen Abend besser und nach 122 km (Rekord mit Mädels), finden wir bei einem netten Italiener Unterschlupf. Nach einer kurzen Unterhaltung überlässt er uns sein Sommerhaus. Das ist besonders gut, da es hier ansonsten nur Olivenbaumplantagen gibt.
Stationen: Savignano, Cerignola, Corato |
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Dienstag 30.04.2002 39.Tag
Nächtliches Poltern
Glücklich über dieses Haus wollten wir dann endlich schlafen gehen. Doch nach ca. einer halben Stunde bollerte es gegen unsere verriegelte Tür. Wir befürchten, dass man uns beklauen will und finden das Haus doch nicht mehr so toll. Am nächsten Morgen klärt sich die Situation und der nette Italiener meinte, dass es gestern Abend nur sein Sohn gewesen ist, der eine Übernachtungsmöglichkeit gesucht hat, da er in einer anderen Stadt wohnt und überrascht war fremde Stimmen zu hören. Wir brechen dann auf und fahren auf der SS irgendwas in Richtung Bari und sehen 1000 tote Tiere am Straßenrand. Bari ist sehr voll und laut und somit entscheiden wir uns durchzurauschen und von der SS auf eine ruhigere, nette, kleine Küstenstraße zu wechseln. Gute Entscheidung, denn ab jetzt kann man Doppelreihe fahren und schöne kleine Dörfer bestaunen. Wir übernachten an einem zerfallenem, alten Haus, wo es nach Chemikalien stinkt. Ein Arbeiter, der noch zufällig vorbeikommt versucht uns noch was zu erklären, doch wir verstehen ihn nicht.
Stationen: Corato, Bari, Monopoli |
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![]() trulli san isidoro |
Mittwoch 01.05.2002 40.Tag
Fährtickets und Abstinenz
Wir haben, so glauben wir, auf Nuklearmüll geschlafen, zumindest fühlen sich unsere Köpfe so an. Gefrühstückt wird jedenfalls nicht da, sondern am Meer. Wir schlängeln uns ein wenig die Küstenstrasse entlang, bis wir nach Ostunia abbiegen. Fataler Irrtum. Bei Gegenwind unnötigerweise in der Mittagshitze in eine 220 m hoch gelegene Stadt zu radeln ist gar nicht witzig. In Brindisi angekommen kaufen wir uns noch die Tickets für die Fähre nach Igoumenitsa, wobei die Räder nach mehrmaligem Nachfragen gratis sind. 10 Stunden Überfahrt in der Nacht, für uns perfekt. Von Brindisi aus geht es dann nach S.Isidoro. Zwischendurch wollten wir dann noch was zu essen kaufen. Da wir heute aber den 1.Mai und damit auch in Italien Feiertag haben gestaltet sich die Suche etwas schwierig. Doch in einer Bar werden wir fündig . Das halbe Dorf schert sich um uns und kann es nicht fassen. Mit bici aus Germania. Unglaublich. „Trinkt doch ein Bier mit uns!“, „Nein, wir müssen noch 40 km radeln!“. “Nur eins“. Nein, wir bleiben hart, obwohl es uns schwer fällt, füllen unsere Trinkflaschen am Brunnen auf und brechen nach einer Stärkung auf. Man muß halt Opfer bringen.
Stationen: Monopoli, Ostunia, Brindisi, S.Isidoro |
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![]() piaggio 3 rad |
02.-12.05.2002 Tag 41 bis 51
San Isidoro, gemeinsame Zeit mit unseren Freundinnen Nicole und Christiane
Wir sind in San Isidoro am Meer in einem kleinen Ferienhaus angekommen. Wäsche gewaschen, Zelt aufgebaut + getrocknet. Nach Copertino sind wir mit dem Rad gefahren und haben Ombretta, die Tante und Corrado, den Onkel von Steppe, der Bauer ist, besucht. Von Copertino ging es die 10 km im Dunkeln zurück nach San Isidoro. Am nächsten Tag besuchten wir in Lecce die Uni und ein Internetcafé. Es war gar nicht so einfach, eine schnelle Internetverbindung zu finden... Ansonsten bestimmten meistens frühstücken, faulenzen, schwimmen, lesen und sonnen den Tag. Abends wurde gegrillt, Fisch oder Fleisch, was eine nette Abwechslung zum Pasta essen darstellte. An einem Tag gab es sogar selbst gefangenen Tintenfisch. Wir schätzen 1 kg! Ein neues Projekt begann: „ein Bildschirm geht um die Welt“. Der Sonnenschirm wurde von UPS an einen der zwei Supermärkte in S. Isidoro geschickt. Der Besitzer ist verwandt mit Steppe, wie eigentlich fast jeder in diesem Dorf. Das schöne ist nur, dass Steppe nix davon weiß. Mit einem Piaggio- Dreirad wurde der Schirm dann zu unserem Sommerhaus befördert. Beim Bilderschießen hatten wir viel Spaß. Eine kleine Radtour haben wir auch gemacht, ohne Gepäck, aber auch ohne Sonne. Dann netten Quasselabend zu viert verbracht mit Nudels, Pisellis und Oliven. Grappa wurde nur aufgrund schlechter Verdauung getrunken. Der Hausbesitzer wurde am Donnerstag erwartet, so dass wir Mittwochabend versuchten, das Haus in seinen Ursprungszustand zurück zu versetzen. Und wir glauben, der Padrone war ganz zufrieden. Am 10. Mai feierten wir Nicoles Geburtstag mit Kuchen und Geburtstagsmenü. Steppe hat Nicole sogar Blumen gepflückt. Es war nicht immer ganz einfach unter diesem Zeitdruck die Tage gut zu nutzen, aber abschließend kann man sagen, dass die 2,5 Wochen schon eine wertvolle Erfahrung waren, die wir nutzen konnten.
Der elfte Mai ist für uns alle ein schwarzer Tag. Wir sind nach der Nachricht von Toshs Tod, der seit unserer Kindheit unser Freund ist, alle geschockt und niedergeschlagen. Gespräche untereinander tun gut und helfen ein wenig über den Schmerz hinweg. Dennoch sind alle fassungslos. Die Nachricht ist schwer zu verarbeiten.
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![]() schlafplatz faehre |
Montag 13.05.2002 52.Tag
Fähre nach Griechenland
Wir bringen unsere Freundinnen nach Pt.Cesareo. Leider befinden wir uns an der falschen Bushaltestelle und hetzen in allerletzter Minute zur richtigen. Wir verabschieden uns mit Wasser in den Augen. Ob es am Regen liegt? Jedenfalls hätten wir die Fahrt nach Lecce wohl besser im Schlauchboot gemacht. Es regnet ohne Ende und als dann noch die Frau im Internetcafe uns auch nicht, aufgrund der nassen Sachen, gerade freundlich gesonnen ist, sind wir total bedient. Wir verschicken noch schnell die vorbereiteten Tagesberichte und Fotos und hetzen dann zum Hauptbahnhof . Schaffen wir es noch rechtzeitig bis zur Zugabfahrt um die Mädels zu verabschieden. Wir schaffen es gerade noch rechtzeitig doch sie sehen uns einfach nicht. Die Fahrt nach Brindisi war ein einziger Kampf gegen eine Sturmattacke. In Brindisi endlich angekommen suchen wir eine Hubwagenwerkstatt auf um Quincys Taschenlampe zu reparieren. Dies geschieht dann auch mit Hammer, Dorn, Schleifmaschine und Messingplatte. Das soll noch funktionieren, ja es funktioniert, italienische Improvisationskunst. Wir gammeln bis 20.00 Uhr in Brindisi herum um dann auf die Fähre nach Igoumenitsa zu fahren. Da wir die billigsten Tickets haben schlafen wir an Deck. Blöde Idee, denn zwei Stunden später wachen wir halberfroren auf und schleichen uns in einen bestuhlten Saal. Wir werden gegen fünf Uhr durch die nervigen Durchsagen geweckt. In Igoumenitsa angekommen, bewundern wir erst mal Autos, Menschen und Schiffzeichen. In Brindisi verliert Steppe seine komplette Küche, doch er kann sie so gerade noch vor dem kompletten Absturz vom Rad bewahren.
Stationen: Lecce, Brindisi |
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... weiter geht es in greece |