romania 31-5-2002 --> 6-6-2002


area: 131,940 sq km
popluation: 10,647,529
km total: 267
days: 7
Ø km/day: 38

 



schlafplatz uni hoersaal bukarest

Freitag 31

Freitag 31.05.2002                            70.Tag

 

Eine Nacht im Hörsaal

 

Wir brechen gegen 9.00Uhr gen Bukarest auf und sind froh, dass wir das Haus ohne Blessuren hinter uns lassen können. Auf der B5 verliert Quincy auf der Brücke der „Argesul“ die Objektivkappe der Digitalkamera. Diese segelt ca. 50m genau neben ein Nomadenvolk.

Diese Leute suchen in einem Müllhaufen noch nach brauchbaren Dingen und wir überlegen kurz, ob es sinnvoll ist sich dort runter zu begeben. Quincy überwindet sich und holt sie ohne größere Zwischenfälle wieder hoch. Unser erster Eindruck von Rumänien ist nicht sehr gut, da es im Gegensatz zu Bulgarien hier sehr dreckig ist und wir die Landschaft bisher auch noch nicht so toll finden.(In Siebenbürgen soll die Landschaft aber traumhaft sein).Aber man kann ja nicht überall sein. Wir rollen nach Bukarest und fragen uns an der Uni bis zum DAAD-Lektor Stefan Roller durch. Dieser ist überrascht uns zu sehen, da er von uns keine E-mail bekommen hat, weil er seine Adresse geändert hat. Er ist im Moment etwas im Stress, da er Prüfungen hat. Er verspricht uns aber irgendeinen Schlafplatz noch für uns aufzutreiben. In der Zwischenzeit suchen wir die ukrainische Botschaft auf und erfahren, dass die Visa je  80$ kosten. Wir sollen aber am Montag wiederkommen um die Visa zu beantragen, da heute Feierabend ist. Wir radeln zurück zur Uni und Quincy tauscht Notfallspeiche gegen Stahlspeiche aus. Stefan Roller organisiert uns nicht ganz legal einen Schlafplatz in einem Hörsaal, den wir recht dankbar annehmen. Kostenpunkt, eine Flasche Wein für den Nachtwächter. Wir schleichen uns in die Stadt und begeben uns nach Internetcafebesuch und Dusche im Damenwaschsaal um 2.00 Uhr  zurück in unseren Hörsaal. Um 5.00 Uhr weckt uns der Nachtwächter ziemlich hektisch, da er Angst hat, dass seine Ablösung uns erwischen könnte.

 

Tkm

58

Zeit h netto

3.43

Æ-km/h

15.6

km/h max

36.9

km ges

4300

Wind

%

Straßenbelag

3-

Profil

è

Temp ° C

25 Sonne

Stimmung

3

Defekte

%

 

 

Stationen: Uzunu, Bukarest


plattenbauten, uni bukarest und stefan roller daad bukarest



schlafplatz studentenwohnheim

Samstag 1-6-2002

Samstag 1-6-2002                             71.Tag

 

Studentenleben

 

Nach der Räumung im Hörsaal sind wir völlig fertig und legen uns auf die Isomatten vor die Uni und dösen zwei Stunden. Dann fahren wir zur Uni Bukarest Fremdsprachenfakultät. DAAD Kollegin Schindler ist natürlich nicht da. Wir telefonieren wie verrückt aus der Uni um irgendein Deutschlehrer zu erreichen. Professor Dr. Gutu nimmt ab und hat somit verloren. Er ist sehr behilflich und kommt sofort zur Uni. Er ist einer der wichtigsten Personen hier an der Uni und lässt erst mal Frühstück heranbringen. Er greift zum Hörer und telefoniert wie wild herum, besorgt uns Unterkunft im Studentenwohnheim. Danach überlässt er uns noch sein Büro für das Wochenende und begleitet uns zum Wohnheim indem er mit seinem Auto, einem Dacia, welches hier ein überaus beliebtes Modell ist, voran fährt. Auf diesen 2.5 Km passiert es, Steppe bekommt seinen ersten Platten. Jetzt wird es aber knapp, denn eigentlich war sein Ziel 5 Platten in 2 Jahren. Im Wohnheim treffen wir auf überaus nette Studenten, Carmen, Cristina und Sammy, welche Quincy helfen die Taschen in den 6. Stock zu hieven. Steppe trägt nichts, denn er ist damit beschäftigt seinen Schlauch zu wechseln. Danach sieht er aus wie Sau, denn mittlerweile sind unsere Räder ein wenig siffig.

Diese lassen wir nach einem kleinen Snack mit den Studenten in der Uni und erledigen unseren Internetkrempel. Wir laufen zum Studentenwohnheim zurück und Annemarie, die auf uns aufpassen soll ist auch jetzt da. Sie kümmert sich gut um uns. Wir besuchen noch kurz die Party im Nachbarzimmer gehen dann aber schlafen um viel viel Schlaf nachzuholen.


im studentenwohnheim, mit dem laptop vor der uni



waschtag im wohnheim

Sonntag 02

Sonntag 02.06.2002 -Dienstag 04.06.2002              72.Tag bis 74.Tag

 

Aufenthalt in Bukarest

 

Aufenthalt in Bukarest. Wir sind, wie so oft in größeren Städten, mit der Homepagebearbeitung beschäftigt. Allerdings kommt jetzt ein neues Vergnügen dazu. Visumbeschaffung. Gar nicht so einfach, denn an der ukrainischen Botschaft spricht man kein englisch. Zum Glück hilft uns Annemarie, eine rumänische Studentin, und die Sache dauert dann nur noch wenige Stunden bis der Konsul versteht, was wir vorhaben. Komisch auch, dass selbst die Ukrainer in der Botschaft nicht genau wissen, ob man direkt von Rumänien in die Ukraine einreisen kann. Kann man natürlich nicht und wir müssen auch noch an der moldawischen Botschaft ein Transitvisum beantragen. Dies geht weniger unproblematisch und wir bezahlen auch nicht mehr 80, wie für die Ukraine, sondern nur noch 30 $ pro Nase.

Ist aber immer noch ein stolzer Preis, wenn man bedenkt, dass wir eigentlich nur 1km durch Moldawien müssen.

Aber abgesehen von diesen kleinen nervigen Problemen gefällt es uns in Bukarest recht gut, zumal wir uns auch super mit den Studenten verstehen und Abends mit ihnen rausgehen konnten. Ein wenig unter Zeitdruck sind wir aber dennoch, doch die Zeit für einen Friseurtermin nehmen wir uns dennoch. Kostenpunkt, jeweils 1 €.  

 


kochen auf 5 quadrat, in einer kneipe in bukarest, beim professer gutsu im buero



schlafplatz Urziceni

Mittwoch 05

Mittwoch 05.06.2002                        75.Tag

 

Aufbruch

 

Wir stehen mal wieder viel zu spät auf, aber das haben wir uns ja verdient, denn an der Grenze wartet eine besondere Überraschung auf uns. Gerade Leute aus dem Westen sollen hier nämlich peinlichst genau gefilzt werden, so was wie eine Leibesvisitation, wie uns zumindest Dozentin Beate Schindler-Kovats erklärt. Diese hat es schon am eigenen Leib erfahren, denn sie war schon drei Mal in der Ukraine. Auch erzählt sie uns von einem Telefonnetzzusammenbruch in der Ukraine nach einem Gewitter. Das Gewitter war zwar ein Problem, aber ein größeres Problem war, dass die Moldawier danach die Leitungen gekappt haben, um das Material beim Schrotthändler zu verkaufen. Nun verstehen wir wie arm die Leute da sind.  Wir lassen uns überraschen, hoffen an der Grenze auf den Exotenbonus und brechen dann so gegen 14.00 Uhr auf. Vorher mussten wir allerdings unseren gesamten Krempel sechs Stockwerke wieder runter schleppen. Dies ist besonders schön, da heute der erste Tag ist an dem die Sonne mal wieder so richtig knallt. Unten angekommen, rufen wir erst mal Professor Gutu an, übrigens ein sehr einflussreicher Professor, der uns die Quartiere netterweise besorgt hat. Nun ging es also los. Batterien für Steppes Tacho besorgten wir mal locker unterwegs, locker in zwei Stunden. Dann haben wir so was wie einen Kiosk gefunden, der tatsächlich die Batterien hat, die wir benötigen. Wir kaufen erst mal zwei. Danach noch mal Zwei. Dann noch mal Zwei. Warum? Die kosten hier satte 10 Cent und nicht wie in Deutschland 2,40€. Wir vermuten, dass sie auch nur ein Zehntel der Zeit hält. wir sorgen also vor. Zum Glück haben wir heute auch mal keinen Gegenwind und schaffen bei einem 26,2 Schnitt ein gutes Stück. In Urziceni lassen wir uns auf einem alten Maschinenhof nieder. Zwischen Mähdreschern, Pflügen und Treckern machen wir es uns mal bequem. Ein Novum haben wir auch noch zu verzeichnen. Wir kochen seit langer Zeit mal wieder im hellen.

 

 

Tkm

79,3

Zeit h netto

3

Æ-km/h

26,2

km/h max

43,1

km ges

4384

Wind

èè

Straßenbelag

2+

Profil

è

Temp ° C

27 Sonne

Stimmung

2-

Defekte

%

 

 

Stationen: Bukarest, Urziceni


Donnerstag 06

Donnerstag 06.06.2002                                76.Tag

 

Ehrengaeste

 

Wir schlafen im Seidenschlafsack, denn wir denken es ist warm genug, um den dicken Schlafsack in der Tasche zu lassen. Allerdings schlafen wir nur die halbe Nacht, denn dann rebellieren die Hunde und wir hören Pferdegalopp. Stört uns nicht weiter, aber wir bemerken, dass wir uns mit der Schlafsackwahl doch vertan haben und schmeißen die dicken Säcke drüber. Auch läuft ab 24.00 Uhr unser Visum für Moldawien und die Ukraine an. Morgens kommen wir relativ  früh aus den Federn, denn wir wollen heute bis knapp vor die Grenze kommen, bei den Windverhältnissen von gestern ist dies auch kein größeres Problem, aber heute ist alles anders. Gestern flogen die Kilometersteine nur so an uns vorbei. Heute ist es ein einziger K(r)ampf um von einem Stein zum anderen zu gelangen, denn: Volle Lotte Gegenwind, scheiß Strasse, öde Landschaft und die Lei sind uns auch noch ausgegangen. Mit einem Kraftakt schaffen wir dennoch 125 Km, gar nicht so einfach, wenn man nur Weißbrot als Brennstoff zur Verfügung hat. In Valea Cinepii haben wir endgültig genug und fragen an einer Schule einen Mann ob er nicht ein günstiges Plätzchen zum Schlafen für uns wüsste. Im Gespräch stellt sich heraus, dass dieser Mann der wichtigste Mann im Ort ist, denn er ist der Bürgermeister. Das Gute an der Sache, hier gilt er als absolute Autorität und Halbgangster haben soviel Respekt vor ihm, dass sich niemand an unser Zelt wagt. Als dann auch noch Steppe mit ihm und einem Polizisten im Wagen in eine Bar zum Einkaufen gefahren wird ist alles klar. Wir sind Ehrengäste.

 

Tkm

125,02

Zeit h netto

5.47

Æ-km/h

21.61

km/h max

29.8

km ges

4509

Wind

çç

Straßenbelag

3-

Profil

è

Temp ° C

25

Stimmung

3

Defekte

%

 

 

Stationen: Urziceni, Slobozia, Valea Cinepii


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