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russia |
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area: 17,075,200 sq km
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population: 143,782,338
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km total:
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days:
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Ø km/day:
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polizeikontrolle bei sambal
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Sonntag 07
Sonntag 07.07.2002 107.Tag
Valerie in Rostov
Gut gelaunt wachen wir auf, da es, laut Strassenschildern
nur noch ca. 60 km nach Rostov sind. Die schaffen wir relativ locker, koennen
Michael Rebrov, unseren Kontaktmann, treffen und uns dann eventuell schon um
unsere Raeder oder Artikel kuemmern. Natuerlich traf all dies nicht ein. Als wir
in Rostov einrollten hatten wir 90 km auf dem Tacho und einen unglaublichen
Gegenwind bzw. Gegensturm hinter uns. So etwas haben wir auf der ganzen Fahrt
noch nicht erlebt. Laut Karte sollte die Strasse an der Kueste entlanggehen,
also dachten wir, „O.K. das ist schoen, dann wird es nicht so huegelig und wir
kommen flott voran“, dass aber ein neunprozentiger Anstieg den naechsten jagen
wuerde, davon stand nichts in der Karte. Schwamm drueber, jetzt sind wir ja in
Rostov angekommen, doch als wir uns mit Michael Rebrov, welcher fuer den
Austausch Dortmund-Rostov extra bei der Stadt angestellt ist, spaeter trafen
waren wir etwas verduzt, dass er bis jetzt noch nichts organisiert hat, zwecks
Uebernachtung, obwohl er uns in vorherigen Telefonaten mitteilte, dass dies kein
Problem sei, da man ueber die Sportvereine da schon was organisieren koenne. Er
verliess uns mit den Worten,“ Das Hotel Rostov ist ziemlich guenstig und mit den
Raedern gibt es dort auch keine Probleme“. Nach mehrmaligem Nachfragen was
ziemlich guenstig bedeutet, meinte er 10 €. Als Notloesung koennen wir das
machen, dachten wir uns und verabschiedeten uns von diesem sehr kurz
angebundenen Herren, der uns irgendwie ziemlich im Regen stehen liess. Wir
hoffen nur wenn jemand von Rostov nach Dortmund mal mit dem Rad fahren will,
wird er anders untergebracht. Wie dem auch sei, wir radeln also mit seiner
Visitenkarte in der Hand in Richtung Hotel Rostov. Die Uebernachtung soll dann
50 € kosten und fuer die Raeder haben sie natuerlich auch keinen Platz. Super,
zum Glueck fiel uns noch eine total nette Familie ein, die wir vor zwei Stunden
zufaellig getroffen haben. Sie sprachen sehr gut deutsch wollten uns sofort
weiterhelfen. Leider war dies vor zwei Stunden, als wir noch guter Hoffnung zu
Michael Rebrov gefahren sind. Wir fuhren also auf Verdaccht zu einer kleinen
Kirmes, da die Familie noch zwei Kinder dabei hatten. Unglaublich aber wahr, wir
fanden diese Familie sofort und sie konnten diesen Herrn Rebrov auch nicht so
richtig verstehen und schaemten sich fast schon ein wenig fuer ihn. „ Kein
Problem, Jungs, fuer ein, zwei Naechte koennt ihr bei uns unterkommen“, sagte
Valeri. Na das war ein Wort und wir waren heilfroh, dass diese Geschichte noch
so gut ausgegangen ist.
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Tkm |
95.91 |
|
Zeit h netto |
5.44 |
|
Æ-km/h |
16.7 |
|
km/h max |
53.2 |
|
km ges |
5975 |
|
Wind |
ççç |
|
Straßenbelag |
2- |
|
Profil |
ìî |
|
Temp ° C |
32 |
|
Stimmung |
3 |
|
Defekte |
% |
Stationen:Matveev Kubgan, Rostov na
Donje
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kriegsdenkmal bei sambal |
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schlafplatz in rostov
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|
Montag 08
Montag 08.07.2002 108.Tag
Pausentag in Rostov
Mit Valeri und seiner Familie hatten wir also ein weiteres
Mal Glueck. Normalerweise leben sie in Bad Hersfeld sind Russlanddeutsche aus
der Gegend bei Omsk und besuchen nun ihre Verwandtschaft in Rostov. Sie nehmen
uns wie langjaehrige Freunde auf und klaeren uns ein wenig ueber die
Lebensumstaende in Russland auf, was uns schon ein wenig zu denken gibt.
Valeri hatte in Sibirien 64 Hektar Land zu bewirtschaften,
Tiere heranzuziehen und an allererster Stelle steht natuerlich die Arbeit fuer
den Staat, denn wenn man die verweigert macht man sich strafbar und kommt ins
Gefaengnis. Sein Tag sah damals so aus, dass er um 6.00 Uhr morgens aufstand
gearbeitet hat, um 3.00 Uhr morgens wieder ins Bett ging, um dann am um 6.00 Uhr
wieder von seiner Frau zur Arbeit geweckt zu werden. Wir dachten das sind alte
Stalingeschichten, doch Valeri versicherte uns, dass sich bis zum heutigen Tag
dort nichts geaendert hat und dass es einigen Menschen dort immer noch so
ergeht. Hier in Rostov sieht es schon ein wenig zivilisierter aus, doch speziell
Victor, dem das Haus gehoert in dem wir naechtigen, kann absolut nicht verstehen
warum man mit dem Rad um die Welt reisen muss. Als wir ihm erklaeren, dass wir
dies aus freien Stuecken tun und auch keinen grossen Sponsor haben, versteht er
die Welt nicht mehr. Victor war 1977-79 beim Militaer und diente zu diesem
Zeitpunkt auch in Kasachstan. In Kasachstan wurden zu diesem Zeitpunkt
eigentlich fast alle Atomtests der Sowjetunion durchgefuehrt, auch deshalb hat
Victor jetzt einen Behindertenausweis, wobei die Rente noch nicht mal fuer die
Medikamente reicht, die er nun braucht. Er sagt einmal hat es Steine vom Himmel
geregnet, nachher stellte sich heraus, dass nur 100 km von seiner Kaserne Tests
durchgefuehrt wurden. Freiwillig wuerde er nie im Leben nach Kasachstan fahren,
auch deshalb kann er uns nicht verstehen. Was er von Gorbatschow haelt wollen
wir wissen. Seine Antwort“ Als das mit Tschernobyl passierte, musste ich auch da
hin, wenn ich mich geweigert haette, waere ich wohl heute noch im Gefaengnis.
Also, eine richtige Wahl hatte ich nicht, und wer war da Praesident? Es war der
Gorbatschow, den die Deutschen so lieben! Gewarnt vor den Gefahren wurde nicht
und auch Schutzanzuege waren Fehlanzeige.“ Dennoch wirkt Victor auf uns so, als
koenne er alles verdraengen und strahlt auf uns eine unglaubliche Lebensfreude
aus. „Diesen Urlaub werde ich nie vergessen, ich habe zwei Deutsche
kennengelernt, die mit dem Rad um die Welt fahren. Ich haette im Leben nicht
gedacht, dass so was moeglich ist.“
Einkaeufe, Internet, Radreparaturen und Krebse essen werden
an diesem Tag einfach verstaendlicherweise zur Nebensache.
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 | krebse kochen in rostov, valerie und seine familie sind perfekte gastgeber |  |
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schlafplatz schachti
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|
Dienstag 09
Dienstag 09.07.2002 109.Tag
Fluessige Strassen
Frueh morgens gehte es ins Internetcafe um die erlebten
Dinge zu verschicken. Erstaunlicherweise ist das Netz unglaublich schnell,
vielleicht liegt es an den ISDN Plakaten an den Waenden. In einem Buchladen wird
noch schnell ein russisch-deutsch Woerterbuch gekauft, dann werden die Sachen
gepackt und auf geht’s fuer uns. Fuer Valeri und Familie zum kuehlen
erfrischenden See, fuer uns ab auf die Hauptstrasse zwischen die LKWs in die
Mittagshitze. Ein neues Getraenk haben wir auch fuer uns entdeckt. Es nennt sich
Kwas. Mittlerweile haben wir auch herausgefunden, dass es aus Brot Hefe Zucker
und Wasser besteht. Auf jeden Fall ist es nicht suess und sehr erfrischend. Auf
der Hauptstrasse kommen wir gut voran, doch die Lautstaerke der LKWs und Autos
macht uns ganz schoen zu schaffen. Speziell die LKWs machen uns ein wenig
Sorgen, denn sie sind meistens so mit Schrott beladen, dass dieser an der Seite
schon wieder herunterfaellt. Auch bei doppelter Bereifung reiben diese schon
aneinander, wir wundern uns auch schon nicht mehr warum jeden Kilometer jemand
an seinem Auto oder Lkw herumwuselt. Allerdings sind die Belastungen fuer Mensch
und Maschine auch ziemlich hoch. Die Strasse ist aufgeweicht, man kann die Spur
der Raeder sehr gut zurueckverfolgen, die Reifengeraeusche hoeren sich an, als
ob man durch Regen faehrt und als ob dies nicht genug waere duerfen wir dann
noch circa zwei Kilometer durch Rauch fahren, da direkt neben der Strasse ein
Feld gerade abfackelt. Man merkt richtig wie die Muskeln nicht mehr genug
Sauerstoff bekommen, da man natuerlich anfangs versucht die Luft anzuhalten,
dann aber die Beine sauer werden und man den Rauch ganz normal einatmet. An
einem kleine Imbiss an der Strasse steht ein Grill und wir belohnen uns nach den
Strapazen mit einem Steak, welches uns danach allerdings ziemlich schwer im
Magen liegt. Unser Koerper hat sich wohl an leichtere Kost gewoehnt. Wir
schlafen bei alter Omi mit Sohn bei Schachti. Wollen im Zelt schlafen, doch sie
besteht darauf, dass wir im Haus schlafen. Wir kaufen Bier und wollen es mit
ihrem Sohn trinken. Doch die Omi bittet uns instaendig, dies zu nicht zu tun,
wir verstehen zwar nicht wieso, vermuten aber, dass er Alkoholiker ist. In
unserem Raum gibt es viele Muecken. Quincy wird wie fast immer in Ruhe gelassen,
doch Steppe zieht es um 4.00 Uhr morgens nach draussen um. Ein ganz nettes Foto
von Steppes ganz eigenem Mueckenschutz ist beigelegt.
|
Tkm |
97 |
|
Zeit h netto |
4.55 |
|
Æ-km/h |
19.71 |
|
km/h max |
62.6 |
|
km ges |
6072 |
|
Wind |
ç |
|
Straßenbelag |
2- |
|
Profil |
è |
|
Temp ° C |
33 |
|
Stimmung |
2- |
|
Defekte |
% |
Stationen: Rostov, Schachti
|
|
|
|
|
|
 |
 |
steppes spezialschlafplatz schachti |
|
|
|
|

schlafplatz belakalitva
|
|
Mittwoch 10
Mittwoch 10.07.2002 110.Tag
Steppes Magen murrt und Quincys Speichen brechen weiter
Omi macht total leckeres Fruehstueck, bestehend aus
Spiegeleiern, Brot, Kartoffeln und Knoblauch. Normalerweise ( in Deutschland,
stehen wir ja mehr auf Muesli), doch hier koennen wir mal eine Ausnahme machen.
Koennen relativ frueh starten und kommen in den seltenen Genuss der Morgenkuehle.
Wir haben mal auf die Karte geschaut und koennen abseits der Autobahn ca. 60 km
sparen. Die Russen haben hier auch gespart und zwar am Asphalt. Die Strasse
besteht nur noch aus Loechern und einer Sandpiste neben der eigentlichen
Strasse. Diese Piste wird bevorzugt von LKWs befahren, sodass es dann dermassen
staubt, dass wir ueberhaupt nichts mehr sehen. Sind mal gespannt, wie lange wir
noch durch die Kratzer auf der Oakley noch was erkennen koennen. Vor einem
kleinen Supermarkt, in welchem es mal wieder warmes Mineralwasser zu kaufen gibt
schlaeft Steppe erschoepft ein, da er ja eine unruhige, da mueckenvolle, Nacht
verbracht hat. Zudem treten zum ersten mal Magenkraempfe bei ihm auf. Nachdem
wir uns dann endlich wieder zur Weiterfahrt aufgerafft haben will Quincys
Schaltwerk nicht mehr. Also wird dies zerlegt. Schoene Sache, denn in Rostov
meinte Quincy es etwas zu gut mit dem Oel, wer schon mal eine Kette in der Hand
hatte, weiss was wir meinen. Ein netter Mensch hatte zum Glueck Wassereimer und
Scheuermittel parat. Problem behoben, weiter geht’s. Allerdings nicht viel
weiter, denn nach 200 Metern bricht eine Speiche. Dies geschieht direkt neben
einem alten Friedhof. Quincy repariert wieder, Steppe fotografiert wieder. Auf
dem Friedhof sieht es so aus, als ob die Russen sich mit ihren Toten nicht mehr
die groesste Muehe geben. Ein Erdhuegel deutet auf den Toten hin, wobei es
auffaellt dass das Kreutz, welches teilweise nur aus zwei Holzlatten besteht,
immer so steht, dass das Grab gen Osten ausgerichtet ist. Ein paar Baeume gibt
es auch noch und an einem haut sich Steppe den Schaedel ein. Gegen Abend wollen
wir in einem Cafe etwas essen und setzen uns zu drei Polizisten, welche uns
einladen wollen und nach einem kurzen Gespraech uns die ganze Stadt, Bela
Kalitva, zeigen wollen und sagen dass wir unbedingt bei einem Freund
uebernachten muessen. Das Essen bezahlen wir dann doch selbst, stellen die
Raeder bei dem Freund unter, haben ein schlechtes Gefuehl dabei und auf geht’s
zur Denkmaltour. Wir gurken zu sechst in einem Minilada durch den Ort, wobei wir
auf der hinteren Sitzbank halb uebereinandersitzen. Mittlerweile stellt sich
heraus, dass die meisten ehemalige Offiziere Russlands sind und es deshalb
erlaubt ist so Auto zu fahren. An einem Denkmal wird der selbstgebrannte
Schnaps, Gurken und Brot herausgeholt, wobei dies nicht der letzte Schnaps war,
den wir heute verdruecken mussten. Zu fortgeschrittener Stunde einem weiteren
Essen und Wodkas musste Quincy gegen alle Offiziere im Armdruecken antreten.
Zum Glueck waren sie nicht sauer als sie allesamt verloren. Stattdessen ging es
in den Garten wo ein paar Feldbetten auf die Herren der Schoepfung warteten.
Sehr angenehm, wenn da nicht Steppes Mueckenproblem waere...
|
Tkm |
84,4 |
|
Zeit h netto |
5.26 |
|
Æ-km/h |
15.5 |
|
km/h max |
50.5 |
|
km ges |
6157 |
|
Wind |
çç |
|
Straßenbelag |
2- |
|
Profil |
îì |
|
Temp ° C |
35 |
|
Stimmung |
2- |
|
Defekte |
Quincys Schaltung,Speichenbruch |
Stationen:Schachti,Bela Kalitva
|
|
|
|
|
|
 | quincys sonnenblumen, maehdrescher, unsere polizistenfreunde, quincy repariert |  |
|
|
|
|

schlafplatz Morosovsk
|
|
Donnerstag 11
Donnerstag 11.07.2002 111.Tag
Steppe will nix Essen
Wurden von der Sonne geweckt oder von den Autos, denn als
wir uns umdrehten, bemerkten wir, dass der Garten genau an der Hauptstrasse
grenzt. Quincy wechselte die Notfallspeiche gegen eine Normale und Steppe hoerte
sich in der Zwischenzeit Horrorgeschichten ueber Kasachstan an.“ Dort leben,
wenn da ueberhaupt noch jemand lebt nur Moerder und Verbrecher“, erklaert
Anatoli, ein alter Kasachstanveteran und der muss es ja wissen. Ganz so auf die
leichte Schulter nehmen wir die Warnungen allerdings auch nicht und machen uns
so unsere Gedanken. Etwas spaeter, nachdem wir uns von allen dreimal
verabschiedet hatten machte man uns klar, dass wir bis zur naechsten
Polizeistrassenkontrolle begleitet werden, damit wir dort problemlos
durchkommen. An der Kontrolle wartet die Polizei schon auf uns und bietet uns
an, uns bis Wolgograd im Polizeiwagen zu fahren. Wir lehnen dankbar ab und
amuesieren uns darueber, dass wir im Moment wichtiger sind als die Kontrolle der
Autos. Obwohl dies wirklich notwendig waere, da uns auf dem Weg dorthin ein
Autoreifen ueberholte, der von einem Auto stammte, welches mit seiner Achse
gerade ein paar Meter hinter uns auf der Erde herumkratzte. Haben diesmal nur
wenig Gegenwind, kommen ganz gut voran, doch Steppe hat immer mehr Magenprobleme
und fuehlt sich auch aufgrund des fehlenden Schlafs ein wenig schlapp. Dazu
kommt noch satter Durchfall. Wir moegen mittlerweile keine suessen Getraenke
mehr. Wer schon mal warme Cola getrunken hat, kann dies vielleicht
nachvollziehen und irgendwas hindert die Leute wohl daran, diese in den durchaus
vorhandenen Kuehlschrank zu stellen. Fuer Leute, die Steppe etwas besser kennen
ereignet sich heute etwas Unglaubliches: Steppe hat kaum noch Hunger und weist
Nahrungsmittel ab!
|
Tkm |
91,6 |
|
Zeit h netto |
4.36 |
|
Æ-km/h |
19.6 |
|
km/h max |
47 |
|
km ges |
6247 |
|
Wind |
ç |
|
Straßenbelag |
2- |
|
Profil |
ìî |
|
Temp ° C |
35 |
|
Stimmung |
2- |
|
Defekte |
% |
Stationen: Bela Kalitva, Scholochovsk, Morosovsk
|
|
|
|
|
|
 | gruppenfoto mit polizei, schlafplatz ohne dach, pausenhaltestelle m21 |  |
|
|
|
|

schlafplatz Surovikino
|
|
Freitag 12
Freitag 12.07.2002 112.Tag
Waldbraende
Koennen beide einigermassen schlafen. Quincy schlaeft
draussen, Steppe im Zelt. Heute allerdings in sicherer Umgebung an einem Haus in
Morosovsk zum ersten Mal ohne Ueberzelt. Uns faellt auf, dass man fuer ein Brot
umgerechnet 15 Cent bezahlt. Dann geht’s los. Wir wuenschen uns Gegenwind, aber
nur, damit der Sturm endlich aufhoert. Der ist ziemlich heftig. Uns geht’s nicht
so besonders und die Waldbraende, die bei der Hitze an der Tagesordnung sind,
koennen uns auch nicht aufmuntern. Erfrischung gibt’s durch eine Frau, die uns
unterm Gartenschlauch duschen laesst. Essen so was, wie ne Frikadelle mit
Kartoffelbrei in Ketchup gebadet. Ziemlich eklige Angelegenheit. Zelten an einem
Haus, das in einer Duenenlandschaft steht, die auch locker in Daenemark sein
koennte.
|
Tkm |
98.84 |
|
Zeit h netto |
5.4 |
|
Æ-km/h |
17.45 |
|
km/h max |
38.5 |
|
km ges |
6348 |
|
Wind |
ççç |
|
Straßenbelag |
3 |
|
Profil |
ìî |
|
Temp ° C |
30 |
|
Stimmung |
3 |
|
Defekte |
% |
Stationen:Morosovsk, Sternichovski, Surovikino
|
|
|
|

schlafplatz wolgograd hotel
|
|
Samstag 13
Samstag 13.07.2002 113.Tag
Wolgograd
Sind fuer unsere Verhaeltnisse recht frueh auf und starten
um 9.00 Uhr nach Wolgograd.
An den Windverhaeltnissen hat sich natuerlich nichts
geaendert. Kommen nur sehr muehsam voran und rechnen so langsam die Stunden bis
Wolgograd hoch. Wenn wir konstant durchfahren werden wir es schaffen, aber
lustig wird es bestimmt nicht. Spasseshalber haben wir die Teil-km auf unserem
Tacho mal mitlaufen lassen und festgestellt, dass so ein Weizenfeld mal so
locker, ohne irgendeine Baumhecke als Unterbrechung, an die 10 km erreichen
kann. In der anderen Richtung reicht das Feld bis zum Horizont, wobei die
Maehdrescher wie kleine Ameisen aussehen. An einer Quelle erfrischen wir uns und
essen kurze Zeit spaeter eine komplette Wassermelone. Fahren ca. 80 km vor
Wolgograd ueber den Don. Wir riechen zum ersten Mal seit Bulgarien wieder den
Duft von Nadelholz. Ueberall nur Sandboden und ein Pinienwald. Nach 10 km ist
auch diese seltene Laune der Natur vorbei und es geht wieder munter durch
Steppen und Weizenfelder weiter. An einer Tankstelle fischen wir unsere
Wasservorraete auf und beobachten wie ein Auto mittels eines Gummiseils, welches
vielleicht einen cm Durchmesser misst, abgeschleppt werden soll. Diese Aktion
schlaegt natuerlich fehl und das Band knallt mit voller Wucht auf die
Windschutzscheibe..... Dafuer erreichen die Eisenbahnzuege hier eine
erstaunliche Laenge. Zwei km sind hier keine Seltenheit, wobei sie aber immer
noch ein wenig schneller als wir durch die Landschaft kriechen. Abends haben wir
es dann geschafft, wir sind in Wolgograd, ehemals Stalingrad, ehemals Zarasim
angekommen. DAAD-Lektor Thomas Kampling, den wir doch so gerne noch getroffen
haetten, ist schon nach Deutschland abgereist, ist halt Ferienzeit an der Uni,
hat uns noch ein Hotelzimmer reserviert und wir schlafen nach einer Dusche etwas
geschafft in einem richtigen Bett ein. Dafuer noch mal danke Thomas, obwohl wir
dich viel lieber getroffen haetten, aber vielleicht koennen wir das ja mal in
Berlin nachholen.
|
Tkm |
144.19 |
|
Zeit h netto |
7.54 |
|
Æ-km/h |
18.25 |
|
km/h max |
41.7 |
|
km ges |
6492 |
|
Wind |
ççç |
|
Straßenbelag |
3 |
|
Profil |
ìî |
|
Temp ° C |
34 |
|
Stimmung |
3 |
|
Defekte |
% |
Stationen: Surovikino, Kalad am Don, Wolgograd
|
|
|
|
|
|
 | der einzige schatten unterm schild, wolgograd anfang, mann als anhalter |  |
|
|
|
|

schlafplatz wolgograd privatwohnung
|
|
Sonntag 14
Sonntag 14.07.2002- Donnerstag18.07.2002 114.-
118.Tag
Pause in Wolgograd
Heute sind wir mit Olga verabredet, welche mit Thomas
zusammenarbeitet. Sie erzaehlt uns, dass sie eine Art Verein gruenden wollen um
die Beziehungen zwischen Deutschen und Russen zu intensivieren. Olga hilft uns
bei vielen Dingen, wie z.B. schnelles Finden einer Bank oder aehnliches. Es ist
naemlich gar nicht mehr so einfach hier in irgendeiner Bank Dollar zu bekommen.
In jeder Bank sagt man freundlich niet um dann sehr hilfreich uns an eine andere
Bank zu verweisen, welche auf jeden Fall Dollar hat. Dort beginnt natuerlich das
gleiche Spiel von vorn. Nachdem wir also mit Olga fuenf bis sechs Banken, welche
ein paar Kilometer auseinander lagen, abgeklappert hatten, war es dann soweit.
Wir besassen wieder Geld. Ein paar Tage spaeter wollten wir von diesem Geld 50
Dollar in Rubel umtauschen, dies ging natuerlich nicht, denn nun kam den Banken
der Schein ein wenig zu duenn vor. Als wir einen neueren 10 Dollar Schein
zeigten und ihnen erklaeren wollten, dass der andere Schein einfach nur alt ist,
wurde dies auch nicht akzeptiert. Man verwies uns einfach wieder an eine andere
Bank, aber das Spiel kennen wir ja so langsam. Olga zeigte uns in den letzten
Tagen noch ein paar Sehenswuerdigkeiten der Stadt, wobei uns Mutter Heimat, eine
146 m grosse Statue, die auf dem Stalingrader Schlachthuegel steht, und das
Kriegsmuseum am meisten beeindruckt haben. Im Museum haetten wir locker den
ganzen Tag verbringen koennen. Wann bekommt man schon mal die Chance die
Schlacht um Stalingrad aus russischer Sicht mitzuerleben. Dieses Museum ist echt
lohnenswert und lehrreich und sollte hier in Wolgograd auf jeden Fall besucht
werden. Originale wie Panzer, Flugzeuge, Flaggeschuetze, deutsche Dokumente usw.
sind dort sowie die Nachstellung der Stalingrader Schlacht auf einem 360
Gradpanorama zu bestaunen. Durch Olga bekamen wir immer tolle
Hintergrundinformationen, fuer die wir sehr dankbar sind. Heute, wir haben
mittlerweile Donnerstag, haben wir dann unsere Ortlieb-Wassersaecke erhalten,
die endlich, nachdem sie kreuz und quer durch Russland geschickt worden sind,
den Weg nach Wolgograd gefunden haben. Morgen kann es dann endlich wieder
weitergehen und wir duerfen wohl wieder Autofahrer bestaunen, die ohne
Windschutzscheibe, aber dafuer mit Taucherbrille ausgeruestet, hier durch die
Gegend fahren. Hitzetechnisch gesehen ist dies bestimmt angenehm, wir fragen uns
nur, wie dies im Winter aussieht, wo man hier statt 40 C+ im Schatten die
gleichen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt hat. Wir hoffen, dass wir dies hier
nicht mehr erleben muessen, andererseits haben wir aber auch gehoerigen Respekt
vor der Wuestensteppe, die uns bald begegnet.
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|
|
|
|
|
 | denkmaeler, olga unsere dolmetscherin, fliegermuseum, zerbombte muehle |  |
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|
|
|

schlafplatz rachinka
|
|
Freitag 19
Freitag 19.07.2002 119.Tag
Bei 30 Grad Celsius im dicken Sack
Wir stehen, man soll es nicht fuer moeglich halten, um 6.30
Uhr auf, da wir noch Fototermine mit Lenin, Mutter Heimat, Auf Leben und Tod und
noch einigen Panzern haben und das gute Licht ausnutzen muessen, welches wir bei
diesen Objekten leider nur morgens haben. Olga hilft uns netterweise dabei und
so kann man mal oefter uns beide auf einem Bild „bestaunen“. Bei unserem Termin
mit den Panzern moechten zwei huebsche Russinnen, dass wir mit ihrer Kamera ein
Bild zu viert machen. Das machen wir natuerlich gerne, doch vorher muss Quincy
noch irgendwie eine Ortliebtasche an das Panzerkanonenrohr befestigen. Keine
leichte Sache, doch irgendwann hing die Tasche und auch Steppe, der die Szenerie
zu einer kleinen Fotosession umfunktionierte hatte seinen Spass. Danach geht es
endlich los. Wir fahren in Richtung Kasachstan. Zwar ein wenig angeschlagen,
denn Steppes Erkaeltung hat sich ein wenig verschlimmert, aber immerhin. Wir
ueberqueren die Wolga und schon sind wir mittendrin, in der unendlich weiten
Steppenlandschaft. Wir machen heute ein wenig frueher Schluss mit dem Radeln und
um 8.00 Uhr liegt Steppe, uebrigens bei immer noch 30°C, im dicken Schlafsack
und pennt.
|
Tkm |
79.11 |
|
Zeit h netto |
4.45 |
|
Æ-km/h |
16.65 |
|
km/h max |
31.8 |
|
km ges |
6571 |
|
Wind |
çç |
|
Straßenbelag |
2 |
|
Profil |
è |
|
Temp ° C |
32 |
|
Stimmung |
4 |
|
Defekte |
% |
Stationen: Wolgograd, Bolschski, Rachinka
|
|
|
|
|
|
 | mutter heimat und auf leben und tod, quincy auf einem panzer |  |
|
|
|
|
|
|
Samstag 20
Samstag 20.07.2002 120.Tag
Steppe immer schwaecher
Steppe hat es richtig erwischt. Er ist total verschnupft
und braucht im Laufe des Tages den gesamten Taschentuchvorrat auf. Die Tuecher
sind eigentlich fuer andere Angelegenheiten gedacht, aber was will man machen.
Hoehere Gewalt eben. Wir schaffen Nachschub und kaufen am Magazin, das ist so
was wie ein Minimarkt, eine Rolle Klopapier, welche bei Steppes Verbrauch aber
auch nicht lange halten soll. Waehrend des gesamten Tages sehen wir nur eine
Kurve. Ganz schoen trist. Dafuer fligen hier aber riesige Grasballen, wie
Luftballons durch die Luft, woran man ermessen kann, wie hier die
Windverhaeltnisse sind. Eines koennen wir sagen, die Grasballen flogen nicht in
Fahrtrichtung. In einer kleinen Bushaltestelle wollen wir Rast machen und
gesellen uns zu einer Omi, die hier einen Eimer Aprikosen verkaufen will. Wie
lange die hier wohl schon sitzt? Kernobst ist fuer Steppe aber leider verboten
und so erfreuen wir uns lieber an einer Flasche eisiges Mineralwasser. In Bikovo,
einem kleinen Dorf an der Wolga wollen wir naechtigen und finden bei Karpa und
Sascha Unterschlupf. Oxana, eine Nachbarin die in Wolgograd studiert und
Kinderaerztin werden will, nimmt Steppe mal als Praxiserfahrung, sozusagen als
grosses Kind und besorgt ein paar Medikamente.
|
Tkm |
86,58 |
|
Zeit h netto |
4.17 |
|
Æ-km/h |
20.16 |
|
km/h max |
27.1 |
|
km ges |
6658 |
|
Wind |
çç |
|
Straßenbelag |
3+ |
|
Profil |
è |
|
Temp ° C |
30 |
|
Stimmung |
3 |
|
Defekte |
% |
Stationen:Rachinka, Bikovo
|