ukraine 9-6-2002 --> 29-6-2002


area: 131,940 sq km
popluation: 10,647,529
km total: 680
days: 25
Ø km/day: 39

 



schlafplatz monasi

Sonntag 09

Sonntag 09.06.2002                          79.Tag

 

Ein neues Gefährt

 

Der heutige Tag war mal wieder weniger spektakulär. Walnussbäume, Weizenfelder und eine ewig lange geradeaus führende Strasse prägen heute das Bild. Speziell für Basti: Die Panzerstraße ist nichts dagegen. Wir fragen uns nur, wer sammelt eigentlich die ganzen Nüsse und wer kann soviel Weizen verarbeiten. Wir fahren durch sumpfiges Gebiet und müssen an unsere Freundin Julle denken, die von Australien sehr begeistert ist. Weniger begeistert ist sie von den Millionen kleinen Fliegen, die sich am Ayers Rock aufhalten und über die Menschen herfallen. So etwas ist uns hier auch mehrfach geschehen. Man kann in kürzester Zeit seine Trikotfarbe von hellgrau in schwarz verändern. Geschlafen haben wir bei Slavic einem 27 jährigen Ukrainer, der Wert darauf legt, dass er eigentlich ein Russe aus der Krim ist. Er zeigt uns sein Moped mit Beiwagen und Quincy soll zum einkaufen mit ihm fahren. Vorher muß jedoch der Beiwagen abmontiert werden. Das Groteske an der Sache: Das Moped hat jetzt nur noch einen linken Blinker, denn der rechte befindet sich ja am Beiwagen. Kein Problem sagt Slavic, dass Geschoß ist eh nicht angemeldet und schon heizt er mit Quincy über die Schlaglöcher von dannen.

 

Tkm

123.9

Zeit h netto

6.21

Æ-km/h

19.5

km/h max

57.8

km ges

4797

Wind

%

Straßenbelag

2-

Profil

éêéê

Temp ° C

30

Stimmung

3

Defekte

%

 

 

Stationen:  Vasylivka,Taterbunary, Kryva Balka


slavik der goldbeisser



odessa

Montag 10

Montag 10.06.2002                           80.Tag

 

Telekommunikationsprobleme

 

Wir stehen frohen Mutes auf, um auch die letzten Km nach Odessa zu bewältigen. Also machen wir uns dran die ganzen Klamotten mal wieder zu verstauen. Quinvy war gestern noch mit Slavic in einer Dorfkneipe und hat nun nach vier Bier Kopfschmerzen, die auch im Laufe des Tages nicht so schnell vergehen sollen. Zu allem Überfluss kommt kurz vor Aufbruch auch noch Slavic mit einem Polizisten in Zivil, wir sind bis heute nicht sicher, ob es sich hier um einen richtigen Polizisten handelt, um die Ecke. Wir haben auch nicht so richtig Bock auf Kontrolle oder Ausweisvorzeigen, weil sich diese Schikanen in letzter Zeit häuften und wir auf Grund dessen so langsam den Respekt vor der Staatsgewalt verlieren. Wir zeigen die Pässe dennoch und der „falsche“ Polizist verschwindet auch schnell wieder. Dann brechen wir auf und müssen feststellen, dass sich auch heute an der Landschaft nicht viel ändert. Walnussbäume, Weizenfelder und unendlich lange Straßen. Wir können leider nicht auf dem direkten Weg nach Odessa, da wir sonst wieder durch Moldawien müssten und somit fahren wir fast im Kreis um einen Meeresarm herum. So ein Mist, es ist abzusehen, dass wir heute wohl erst ziemlich spät in Odessa eintrudeln und es ist nie so spaßig ohne festes Nachtlager in eine große Stadt zu fahren. Aber wir haben noch zwei Telefonnummern von Studentinnen, die wir nun erreichen wollen. In Deutschland wäre dies wohl kein Problem, doch hier fehlen bei den Telefonzellen entweder Hörer, Kabel, der Schlitz für die Karte oder einfach alles. Wenn man dann mal eine Zelle gefunden hat die all dies vorweisen kann kommen aus dem Hörer so komische Geräusche, dass man sich gar nicht mehr traut sie zu benutzen. Nach einer kleinen Überwindung wird dies aber dann doch versucht. Versucht, denn hier gibt es mehrere alternative Vorwahlen, die abwechselnd mal funktionieren, dann aber wieder nicht. Endlich kommt eine Verbindung zustande, doch über ein „Hallo, ich bin Lisa...“, kommen wir nicht heraus. Leitung zusammengebrochen. Erst dachten wir unsere Karte ist leer, denn auf den Telefonen ist nicht abzulesen, wie viel noch auf der Karte ist, doch an der nächsten Zelle funktioniert es dann endlich. Wir treffen uns mit den Studentinnen Lisa und Natascha am Bahnhof, doch sie können uns nicht unterbringen. So mieten wir uns von einer der 50 älteren Frauen, die am Bahnhof Zimmer anbieten, einen Raum. Kostenfaktor 40 Grivna (7 Dollar), wir geben 50 und erhalten, wie sich später herausstellte, 10 Grivna Falschgeld. Wir legen uns so gegen 1.00 Uhr hin und Steppe macht schon wieder diese komischen Schnarchgeräusche, sodass Quincy sich fragt wie er das hinbekommt.

 

Tkm

130,40

Zeit h netto

7.15

Æ-km/h

17.98

km/h max

44.2

km ges

4928

Wind

çç

Straßenbelag

4

Profil

ìîìî

Temp ° C

28

Stimmung

4

Defekte

Steppe Mantelriß,Platten

 

 

Stationen:  Kryva Balka, Belgorod, Odessa


steppe mit platten, quincy mit brot (seltene bilder)



schlafplatz odessa

Dienstag è Dienstag

Dienstag è Dienstag  11-6-2002 – 18-6-2002                   81.-88.Tag

 

Odessa oder Probleme mit dem Visum

 

Wir sind in Odessa und hier bleiben wir auch. Ungewollt länger als geplant. Wir kommen abends im dunkeln an und treffen uns nach einigen Telefonaten mit zwei Studentinnen (Lisa und Natascha) am Bahnhof. Elke Bredereck , DAAD Lektorin in Odessa war natürlich nicht erreichbar und somit entschließen wir uns ein Zimmer von einer Frau am Bahnhof zu mieten. Die Nacht in der Privatwohnung kostet uns 7 $. Das ist noch okay. Am nächsten Tag holt uns Lisa ab und begleitet uns zum russischen Konsulat. Doch der erste Versuch ein Visum für Russland zu bekommen scheitert. Wir fahren mit unseren Rädern zu Elke Bredereck, wo wir zwei Nächte schlafen können. Sie hat eine riesige Wohnung, Telefon, Internet, Waschmaschine, Dusche, Kühlschrank und und und . Wir benutzen alles und sind froh. Am ersten Abend ruft der Nachbar beim Hauwirt an und dieser bei Elke, um Ihr mitzuteilen, dass wir die Räder nicht in den Hausflur anketten, sondern in die Wohnung stellen sollen, soweit wir sie noch brauchen. Wir verbringen die Tage mit Botschaftsgängen, um dieses blöde russische Visum  zu bekommen, werden aber jeden Tag vertröstet. Wir lernen durch Elke viele Deutschlehrer, die in Odessa unterrichten kennen. Wie auch Erhard Wiesner. Er gibt Deutschseminare für ukrainische Deutschlehrer. Wir besuchen ein Seminar und lernen Lilia Martynenko kennen. Sie ist Deutschlehrerin an einem Gymnasium und nimmt uns erst mal auf. Sie darf den Unterricht schwänzen um für uns bei den Behörden zu dolmetschen. Sie vertritt uns super und kämpft sich sogar bis zur Vize Konsulin durch. Mehrmal aber auch ohne Erfolg. Auch die Tricks mit einem Transitvisum durch Russland nach Polen ziehen nicht. Aber wir dürfen vorerst bei ihr wohnen, was sich als absolut perfekt herausstellt. Für Lilia muss es Horror sein, da wir sie ständig mit irgendwelchen bürokratischen Behördengängen, wie Post und Bankbesuchen nerven. Sie dolmetscht und managet perfekt. Obwohl für uns alles schief geht. Für das Paket aus Deutschland, mit Ersatzteilen, auf das wir dringend warten müssen wir 130 $ hinblättern. Zollgebühren, Steuern, Zoll, Postgebühren und Gebühren, die sie in der Post selbst nicht begründen konnten. Wert des Pakets 200€. Portokosten 30€ in Deutschland. Wert des Pakets in Odessa rund 360$. Frohe Weihnachten.

Das Russlandvisum kostet uns jetzt über Deutschland 150€ pro Nase plus Porto. Wir haben versehentlich einen falschen von den 6 Pässen mit und können so die Einladung die wir aus Rostov haben in den Müll befördern. Dabei sagte man uns an der russischen Botschaft in Bukarest: „Kein Problem das bekommt ihr in Odessa„. Das ukrainische Visum läuft langsam aus und das kasachische fängt bald an. Und der deutsche Botschafter in Kiev ist nicht erreichbar. Und das sind nur Auszüge von der Rennerei hier.

Das Meer haben wir hier in acht Tagen nur aus der Ferne durch einen Zaun gesehen. Aber immerhin kochen wir mit Lilia und der Tochter Masha um die Wette. Wir italienisch sie ukrainisch und alles ist lecker. Dazu lernen wir im Privatunterricht ein wenig russisch. Nein eher Quincy. Steppe versucht in der Zeit mit Laptop und Handy Kontakt zur Außenwelt herzustellen. Auch das klappt nicht...


ersatzteile kaufen, kochen, langweilen und ins schwarze meer in odessa



geburtstag von masha

Mittwoch 19-6-2002 à 22-6-2002

Mittwoch 19-6-2002 à 22-6-2002               89.à 92. Tag

 

Odessa, happy birthday Masha, die Zeit laeuft, Lagerkoller Fussball WM

 

Mittwoch:

 

Wir waren im Bayrischen Haus Odessa (Begegnungsstätte für Deutsch Ukrainische Zusammenarbeit) und haben von Herrn Köhn und Herrn Walter eine Postadresse in Donezk von einem Professor erhalten, wo wir die Pässe mit den beiden Visa hinschicken können. Die beiden haben sich sehr für uns eingesetzt und wir möchten uns noch mal bei Ihnen bedanken.

Danach sind wir guten Mutes zum Meer gefahren. Das erste mal. Juhu.

 

 

Donnerstag:

 

Marsha hat Geburtstag. Quincy und ich gehen erst mal ans Meer. Abends sind einige Freunde eingeladen und wir essen zusammen. Danach fuhren wir beide mit Marsha in eine Disco. Es war unser Geschenk. Es war nicht soviel los und wir fuhren gegen 2 Uhr heim. Dort erfuhren wir vom zweiten Todesfall in Herten nach Tosh. Steppes Opa ist gestorben. Es ist unglaublich, da ist man 25 Jahre in Deutschland, fährt drei Monate weg und auf einmal sterben „ständig“ Freunde oder Verwande in der Heimat. Als ob wir nicht schon genug Ärger hier haben.

 

 

Freitag:

 

Neue Probleme am Morgen: Wir erfahren von Nicole, dass die Pässe nicht per Kurier verschickt werden dürfen, sondern übers Auswärtige Amt Berlin nach Kiev gesandt werden müssen. Wir wissen nicht mehr weiter und sacken immer tiefer. das Ukrainische Visum läuft am 6-7-2002 aus und wir müssen noch durch das ganze Land!

Dazu haben wir im Internet Infos über zwei andere Radfahrer gelesen und uns ein wenig genauer über Kasachstan, die Wüsten und Steppen, die vor uns liegen, aufklären. Wir wissen jetzt, dass wir es auf den nächsten 4500 km sehr schwer haben werden. Gerade im Sommer soll es mit der Wasserversorgung unterwegs, bei sehr hohen Temperaturen sehr schwierig sein.

Abends gehen wir mit Lilia und Marsha zum Abiball. Wir sind mitten im ukrainischen Leben; mit geliehenen Klamotten. Wir tragen das erste Mal seit 91 Tagen mal wieder Jeanshosen und fühlen uns nicht gerade sehr wohl. Quincys Hemd lag solange in der Garage, dass man meinen könnte er sei Schlosser von Beruf. Lilia schmuggelt uns in den Saal und erzählt der Direktorin, dass wir Koreesspondenten einer deutschen Zeitung seien. Womit sie nicht mal ganz Unrecht hat. Vor uns sitzt die Direktorin links und rechts nur Lehrer. Die Eröffnungsrede der Direktorin wirkt auf uns sehr offiziell und energisch. Sie ist eine ältere Dame mit schwarzem Kleid und einem Überwurf. Sie redet mit sehr langen Pausen und ist völlig nervös. Zittert am ganzen Körper. Wir bekommen unseren ersten Lachkrampf und müssen uns kräftig zusammenreißen. Es ist mindestens 40° im Raum und wir schwitzen weit aus mehr, als auf dem Rad. Dummerweise sind wir mittendrin und ständig sind Kameralinsen, von den Eltern auf uns gerichtet, die eigentlich die Direktorin und das Kollegium filmen wollen. Die Mädchen hier sind sehr freizügig und die Jungen sehr „anständig“ gekleidet. Krawatte, Anzug und ein Scheitel über den ganzen Kopf, wie man es aus alten russischen Filmen kennt. Wir bleiben zwangsläufig bis zum Ende des offiziellen Teils, auch wenn wir keinen Sketch verstehen und fahren dann per Anhalter nach Hause. Marsha und Lilia schellen uns erst am nächsten Morgen gegen 7 Uhr aus dem Bett. Es ist nämlich Tradition, dass Eltern, Schüler und Lehrer gemeinsam zum Meer gehen um den Sonnenaufgang zu bestaunen.

 

 

Samstag:

 

Wir sind am Ende. Wir haben Lagerkoller mit Wartesyndrom. Wir wollen weg hier! Lieber in die Wüste nach Kasachstan als hier rumsitzen und warten. Quincy ist schon so weit, dass er sein Rad putzt. Und Steppe hat heute Fußball-WM (Senegal-Türkei) gesehen! Unglaublich ein Fußballspiel seit x-Jahren. 


wir mit geliehenen klamotten zum abiball, geburtstagsfeier und das bayrische haus



schlafplatz odessa

Sonntag 23-6-2002 à Dienstag 25-6-2002

Sonntag 23-6-2002 à Dienstag 25-6-2002                        93.-95. Tag

 

Eintrag von Lilia, Aufenthalt in Odessa.

 

Lieber Marco und Kai,

Ich bin froh, dass ihr an Mashas Geburtstag und am Big Boss (den Namen hat Sie von uns bekommen) Abiball dabei wart, weil wir jetzt nicht sehr viele Verwandte haben. Ich freue mich auch in der Welt ein Paar Freunde mehr zu haben. Wir waren auch am Strand am Meer. Kommt einmal wieder, macht eine Fahrt durch die Ukraine, es gibt hier auch viele deutsche Doefer mit Volkslieder und Sitten. Wir sind in der Stadt spazieren gegangen und waren in der Russischen Botschaft und auch im Bayrischen Haus. Hier habt hier viele Bekannte. Ich und Mascha moechten moeglichst viel ueber eure weitere Fahrt wissen.



schlafplatz kobleve

Mittwoch 26

Mittwoch 26.06.2002            96.Tag

 

Endlich weiter

 

Die letzte Nacht verbrachten wir bis 2.00 Uhr im Internet. Nachdem wir alle Radlerseiten durchgeschaut hatten, gingen wir schlafen. In Odessa hatten wir zwei Wochen tolles Wetter mit Sonnenschein. Heute geht es also los und wie ist das Wetter? Richtig: es regnet.Wir haben uns selten so aufs Weiterfahren gefreut und brechen ziemlich spaet, nach einem ausgiebigem Fruehstueck auf. Wir verbringen noch drei Stunden in der Stadt von Odessa um diverse Kleinigkeiten zu erledigen. Treffen den deutschen Joern an einer Bank, der uns direkt zum Essen bei sich einlaed. Zu dumm nur, dass er spaeter zuhause ist, als wir sein Haus in der Ukraine passieren werden. Also wird nichts draus. Fahren aus sehr verstopften und stickigen Strassen aus Odessa raus. Steppe bekommt in einem Autozubehoerladen ein UA Autoaufkleber geschenkt. Nach einer kurzen Plattenbautenlandschaft taucht das gewohnte Bild wieder auf: Wallnussbaeume und Weizenfelder. Wir passieren mehrer kleine Tuempel und Auslaeufer des Schwarzen Meeres, an denen ueberall Menschen sitzen und getrocknete Fische verkaufen. Wir entschliessen uns wild zu zelten um endlich mal wieder etwas Ruhe zu haben und ruhig schlafen zu koennen. Doch als das Zelt steht, schlaeft Steppe schon voellig erschoepft draussen vor dem Weizenfeld ein.

 

 

Tkm

84,89

Zeit h netto

4.34

Æ-km/h

18.5

km/h max

40.6

km ges

5013

Wind

ç

Straßenbelag

3-

Profil

ìî

Temp ° C

25 R + S

Stimmung

2

Defekte

%

 

 

Stationen: Odessa,. Kobleve


hier sehen wir den lagerkoller, erschoepft nach der ersten etappe



schlafplatz kiselivka

Donnerstag 27

Donnerstag  27.06.2002                               97.Tag

 

Kiselivka

 

Wir hatten mal wieder ein glueckliches Haendchen mit der Zeltplatzortbestimmung. Ab heute werden wir ein wenig mehr darauf achten von welcher Seite die Sonne aufgeht. Haben wir diesmal nicht gemacht und deshalb brennt sie auch gnadenlos auf uns hernieder. Dies hat zur Folge, dass wir unsere dicken Schlafsaecke, die wir muehevoll um ca. drei Uhr aus unseren Taschen gezaubert haben, sie gegen die duennen ersetzten, da es in der Nacht dann doch noch empfindlich kalt wurde, wieder zur Seite schmeissen mussten und gegen halb acht schweissgebadet aus dem Zelt robbten. Um kurz nach neun sitzen wir dann schon nach furztrockenem Fruehstueck, welches aus Brot, Keksen und Gott sei Dank Milch bestand, auf den Gaeulen. Die Landschaft will sich einfach nicht mehr aendern, ein wenig huegelig, Weizenfelder rechts und links des Weges und eine Strasse, die einfach keine Kurven zu kennen scheint. Am Horizont sehen wir meistens irgendetwas flackern, einige Minuten spaeter kann man dann doch schon einen Lkw erkennen, der uns dann entweder fast umfaehrt oder wenigstens seine Abgase spueren laesst. Die Strasse laesst zu wuenschen uebrig, die Autos stinken, aber wir koennen mithalten, denn wir haben gestern nicht geduscht und sind gewappnet. Wir kaempfen uns also bei Gegenwind so durch den Tag, wobei Steppes Oberschenkelschmerzen vom Vortag wieder auftreten. Da wir bei Lilia ein wenig die russische Sprache gelernt haben, koennen wir an einer Art Handweiser(Truckerstation), auf einer Speisekarte erkennen, dass es hier Plov( ein Reisgericht) gibt. Dies schmeckt ganz gut und wir sind froh, dass sich die Zwangspause in Odessa doch ein wenig gelohnt hat. Abends, so nach der“ Arbeit „ bauen wir unser Zelt in der Naehe eines Maisfeldes auf und bemerken nach einer Dusche die ersten Defekte an uns. Hintern sind wund, die Pause tat ihnen wohl nicht gut, aber wir freuen uns schon auf unsere Arschsalbe...dazu kommen noch diverse Mueckenstiche (ca. eine Million), allerdings nur bei Steppe.

 

Tkm

128,57

Zeit h netto

6.24

Æ-km/h

20.07

km/h max

48.5

km ges

5141

Wind

ç

Straßenbelag

4

Profil

ìîè

Temp ° C

27 Sonne

Stimmung

2-

Defekte

%

 

 

Stationen: Kobleve, Mikolaiv, Kiselivka


weizenfelder und steppe mit dem funkausloeser 


schlafplatz kachovka

Freitag 28

Freitag 28.06.2002                            98.Tag

 

Nach Kachovka

 

Schlauer geworden? Noe! Um fuenf Uhr wird Steppe wach, da die Sonne ihn dann doch aus seinen Traeumen reisst. Um es mal emotionslos auszudruecken, der heutige Tag war sonnig. Wir trinken jeder so an die sieben Liter, die Beine sind schwer und die etwas oede Landschaft kann auch nicht so recht von den Blessuren ablenken, die wir so mit uns rumtragen. Man kann sagen, Wundsalbe ist unser bester Freund. Supermaerkte gibt es fast gar keine mehr, auf den Doerfern sowieso nicht und so kaufen wir Wasser in Bars ein, die eigentlich auch nicht viel teurer sind. Nur schaun die Leute immer etwas komisch und verstehen uns manchmal auch nicht so recht, wenn wir da mit ca.8 Litern wieder rausmarschieren. Autos und Lkws haben auch wenig Mitleid mit uns und fahrn uns auf schlechten Strassen fast den Arsch ab. Dabei muesste man uns eigentlich von Weitem schon ganz gut sehen. Wir haben mal mitgezaehlt und sind heute auf ganze drei Kurven gekommen. In der Naehe Chersons haben wir einen riesigen stillgelegten Militaerflughafen entdeckt, wo alte Hubschrauber und Flugzeuge so vor sich hin rosten. Apropos Flugzeuge, eins haben wir am Himmel entdeckt und dies seit Odessa.

Bei Gegenwind und entgegenkommenden Lkws verliert Steppe staendig sein Capi. Spaeter nisten wir uns zwischen Kaefern auf einem denkbar schlechten Platz, mal wieder zwischen Weizenfeldern ein und lassen uns noch ein wenig von Radio Deutsche Welle berieseln. Das pfeifen auf Kurzfrequenz nervt zwar, aber wir schlafen dennoch recht schnell ein.

 

Tkm

112.34

Zeit h netto

6.21

Æ-km/h

17.67

km/h max

50,1

km ges

5253

Wind

ç

Straßenbelag

3-

Profil

ìî

Temp ° C

29 S

Stimmung

3

Defekte

%

 

 

Stationen: Kiselivka, Cherson, Kachovka


rosa bushaltestelle, hubschrauberfriedhof und gerade strasse



schlafplatz druschbivka

Samstag 29

Samstag 29.06.2002                          99.Tag

 

Nach Druschbivka

 

Kennt einer Antzworld? Wir kennen sogar Insektopia! Ist mitten in in unserem Zelt. Dafuer ist es von den Temperaturen her sehr ertraeglich, denn wir haben gestern Abend mal drauf geachtet, wie wir unser Zelt aufstellen. Dennoch 9.30 Uhr, Temperatut betraegt im Schatten 28° C. In der Sonne haben wir uns nicht mehr getraut aufs Thermometer zu schauen. Wir sehen nur noch Weizenfelder und eine Strasse, die sich am Horizont, durch die Hitze spiegelt. Zwei Doerfer und zwei Kurven lockerten die Monotonie dann aber doch ein wenig auf. Ist gar nicht mehr so einfach, wenn man sich nicht mehr mal ueber die Umgebung unterhalten kann und so unterhaelt man sich halt ueber Fahrradgeraeusche oder betreibt ein wenig Galgenhumor. Das macht zwischendurch dann auch mal Spass und ein Gespraech verlaeuft dann manchmal etwas schleppend:“ Quincy, dein Hinterrad eiert ein wenig.“ „ Ja, weiss ich erzaehlst du mir nicht zum ersten Mal, werde ich in Donetsk mit ein wenig mehr Zeit mal zentrieren.“ „Steppe, irgendwie knirscht deine Kurbel“ „Ja, weiss ich erzaehlst  du mir nicht zum ersten Mal, werde ich mir in Donetsk mit ein wenig mehr Zeit mal genauer ansehen!“

Aber wir koennen uns auch noch normal unterhalten. Mittags halten wir wieder mal ein einer Bar an und Steppe sucht hinter einer aufgeklappten Tuer nach Schatten und ein wenig Abkuehlung. Witziger Anblick. Witzig ist auch, dass an jeder Bar fette Coca-Cola Schilder haengen, man allerdings dann nur Pepsi bekommen kann. Dafuer ist dann auch eine gefroren und die andere total heiss. Als Wechselgeld gibt es dann zwei Kaugummis mit Will Smith und A. Schwarzenegger Aufklebern. Gegen Abend kommt mal etwas Abwechslung auf, denn nun hat es auch Quincy erwischt. Der erste Platten. Eigentlich unglaublich, aber angesichts der Tatsache, dass wir jeden Abend und jeden Morgen unsere Raeder durch Dornen schieben, kann das ja mal passieren. Rast machen wir in einem kleinen Dorf wo ein kleiner Junge ein wenig deutsch kann und ganz begeistert unsere mitgebrachte WAZ liesst. Steppe duscht derweilen hinter dem Zelt und wir geniessen einen Sternenhimmel, wie wir ihn klarer noch nie gesehen haben. Mit diesem unglaublichen Bild vor Augen schlafen wir ein.

 

Tkm

99.32

Zeit h netto

5.30

Æ-km/h

18.08

km/h max

36.9

km ges

5353

Wind

ç

Straßenbelag

4+

Profil

è

Temp ° C

30

Stimmung

2-

Defekte

Platten Quincy

 

 

Stationen: Kachovka, Druschbivka


kinder mit der waz, endlich ein kurvenschild, steppe besteigt ne statue



melitopol

Sonntag 30

Sonntag 30.06..2002                         100.Tag

 

100 Tage rum!

 

Quincy steht als erster auf und geht erst mal pinkeln. Nach verrichteter Arbeit kehrt er nichtsahnend zum Zelt zurueck und schon ist wieder die gesamte Dorfjugend vor unserem Zelt versammelt. Sascha, das ist der kleine Jinge, der ein wenig deutsch spricht entwickelt sich von ihnen zum Wortfuehrer. Gestern hat Quincy ihm versprochen, dass er mal eine Runde auf seinem Rad auf dem Feldweg drehen darf. Er passt allerdings nicht auf Quincys Rad und so darf er mit Steppes losfahren. Ein Fehler, denn auf einmal biegt er ab und ist ca. 10 Min. weg. Da kommt man dann doch ein wenig ins Schwitzen und macht sich so seine Gedanken. Uns wird es ein wenig zu heikel und Quincy faehrt hinterher. Kreuz und quer durchs Dorf wird Sascha gesucht, doch gefunden wurde er nicht. Als Quincy zum Zelt zurueckkehrt sitzt er aber schon wieder da und die Erleichterung ist gross. Wir brechen auf und fahren in der Gewissheit, dass wir heute das Weltmeisterschaftsfinale wohl nicht miterleben duerfen. Dem ist dann auch so und es kommt noch schlimmer. Keiner kann uns sagen wann sie spielen oder ob sie gewonnen haben. Irgendwie sind wir hier ein wenig abgeschnitten. Dafuer haben wir Anfangs sogar Rueckenwind. Tja, so verschieben sich die Prioritaeten. Der Rueckenwind wird jedenfalls ausgenutzt und wir haben zwischenzeitlich einen 26er Schnitt. Das ist auch gut so, denn im Laufe des Tages dreht sich der Wind wieder und ab mittags kaempfen wir auch schon wieder gegen Selbigen an. Supermaerkte oder Bars werden immer spaerlicher, dafuer weichen wir in Melitopol, einer haesslichen Stadt, auf leckere Gebaeckwaren, die hier sehr guenstig sind, aus. Nachmittags erwischt uns ein Regenschauer, der erste seit Odessa, und wir erlangen etwas Abkuehlung. Was uns ein wenig verwundert ist die schaeumende Strasse. Jetzt fragt uns aber bitte nicht warum sie schaeumt, wir haben uns zwar auch so unsere Gedanken gemacht, aber...

An einer Tankstelle frischen wir unsere Wasservorraete auf und erleben begeisterte Ukrainer, die uns nachdem sie uns Ausgequetscht hatten, was wir machen, beinahe zerquetscht haben.

Auf Radio Deutsche Welle aeussert sich Steppes ehemaliger Chef und nun Gewerkschaftsvorsitzender Rolf Lautenbach zur duesteren Lage der deutschen Tageszeitungen. Ob Deutschland nun Weltmeister geworden ist konnte aber weder er noch ein anderer auf diesem Sender uns sagen. Wir zelten mal wieder in einem Seitenstreifen. Wie es da aussieht, muesstet ihr ja inzwischen den Beschreibungen und Fotos entnommen haben.

 

Tkm

119.09

Zeit h netto

5.19

Æ-km/h

22.36

km/h max

35.8

km ges

5472

Wind

è

Straßenbelag

3-

Profil

è

Temp ° C

30 S Regen

Stimmung

2-

Defekte

%

 

 

Stationen: Druschbivka, Melitopol, Orlivka



Montag  01

Montag  01.07.2002              101.Tag

 

Rueben, Schnaps und Rostwasser

 

O.K. noch so ein Tag mit vielleicht noch ein bisschen mehr Rueckenwind und wir sin ruckzuck in Donetsk. So sahen auf jeden Fall unsere Planungen aus, doch wie nun mal so mit Planungen und der Wirklichkeit ist... Der gestrige Tag war wohl mal eine Ausnahme. Dafuer bestimmten andere Dinge den heutigen Tag. Groesstenteils ging es um Hinternschmerzen, Huegel fahren, Astra-Testfahrer und Begegnungen mit Menschen. Wir sassen so nichtsahnend an einer Bushaltestelle, da tauchten aus dem Nichts auch schon ein paar Muetterchen auf, die mit ihren Anbauerzeugnissen aus dem Garten in die Stadt fahren und sie dort verkaufen. Sie tun uns ein wenig leid, da sie kaum etwas besitzen, doch sie strahlten dennoch eine unglaubliche Lebensfreude aus und als man mit Haenden und Fuessen ins Gespraech kam, sie sich fuer unsere Sache unglaublich begeistern konnten und uns sogar noch Kirschen, Rueben und Knoblauch von ihren sowieso schon raren Vorraeten abgaben, verstanden wir, dass sie mitunter auch ohne grosse materialistische Dinge ein vielleicht ausgefuellteres Leben fuehren als so mancher, der nicht mehr weiss wohin mit der Kohle. In einer Bar kaufen wir wieder mal Wasser und ernten mal wieder unglaeubiges Kopfschuetteln, ob der Menge, die wir wieder aus dem Laden schleppen. Vor dem Laden kippt ein total besoffener Kerl die Treppe hinunter. Sah schlimm aus, doch ihm kann geholfen werden und man setzt ihn, damit er wieder zu „Kraeften“ kommt, mit einem Glas Schnaps wieder in die Kneipe. Unser Duschwasser haben wir auch noch aufgefuellt, allerdings merken wir spaeter in unserem Seitenstreifen, dass das Wasser total rostig braun ist und komisch riecht. Dies bemerken wir natuerlich erst als wir schon drunter stehen... Vorher haben wir noch an einem Strassenstand, einem sogenannten Basar, ein Kg Kartoffeln und vier Eier gekauft. Kostenpunkt ca 40Cent.

Daraus haben wir uns spaeter etwas gezaubert. Waehrend des Zeltaufbauens werden wir von einem vorbeifahrenden Auto entdeckt und wir machen uns so unsere Gedanken, doch alles in allem verbrachten wir eine ruhige Nacht.

 

Tkm

104,77

Zeit h netto

5.16

Æ-km/h

19.83

km/h max

41.1

km ges

5577

Wind

ç

Straßenbelag

3

Profil

ìî

Temp ° C

31

Stimmung

2-

Defekte

%

 

 

Stationen:Orlivka, Bertensk, Stervone Pole


steppe an der waschmaschine 



schlafplatz donetzk

Dienstag 02

Dienstag 02.07.2002             102.Tag

 

Unser erster Streit

 

Wir haben uns diesen Seitenstreifen ausgesucht, da nebenan alle Felder abgemaeht wurden und wir uns dachten:“ Gut, so haben wir morgen frueh wenigsten unsere Ruhe und koennen ein wenig ausschlafen!“ Doch wie sollte es anders sein, es wurde mal wieder nichts aus unserer Ruhe, denn in aller Herrgottsfruehe wuselte da schon ein Trecker uebers Feld, weiss der Himmel, was der da machte. Zum Fruehstueck verwoehnen wir uns ein wenig und essen leckere Gebaeckteile. Quincy ist heute entschlossen nach Donetsk zu kommen, da es kilometertechnisch hinkommen wuerde und wir so einen Tag mehr in der Stadt haben um irgendwelche Probleme zu bewaeltigen, welche auch noch kommen sollten. Steppe war eigentlich auch dieser Meinung, doch er laesst sich den ganzen Tag etwas haengen. Das nervt Quincy, zumal Steppe auch an jedem Anstieg abfaellt. Nachdem wir dann drei Gewitterfronten durchquerten und Steppe Quincy vorwarf, er riskiere wegen der schlechten Sicht und der Autos sein Leben kam es zum ersten Mal waehrend der Tour zu einer lauteren Auseinandersetzung. Diese war dann ein reinigendes Gewitter, die Fronten sind wieder geklaert und der Fall ist fuer uns beide erledigt. Der erste Blick auf Donetsk erinnert uns doch ein wenig an den Ruhrpott, da viel Industrie vorhanden ist und wir verstehen nun warum Bochum hier die Partnerstadt ist. Wir sehen sogar drei Rennradfahrer, obwohl bei den Strassenverhaeltnissen Querfeldein oder Mountainbikes wohl angebrachter sind. Am Lenindenkmal verabreden wir uns mit Iwona, die wir ueber tausend Ecken kennengelernt haben und sich als echter Gluecksgriff, auch durch ihre Unkompliziertheit herausstellt.

 

Tkm

148.29

Zeit h netto

7.52

Æ-km/h

18.86

km/h max

50.19

km ges

5725

Wind

çè

Straßenbelag

3-

Profil

ìî

Temp ° C

32 S+Gewitter

Stimmung

4

Defekte

%

 

 

Stationen: Stervone Pole, Mangusch, Volnobacha, Donetsk



donetzk marktplatz

Mittwoch 03

Mittwoch 03+04.07.2002                  103.Tag + 104.Tag

 

Virus bei der Maffia

 

Diese beiden Tage standen im Zeichen des Computervirus. Er hat uns wirklich eine Menge „Spass“ bereitet, und wir haben so die Moeglichkeit erhalten, mal hinter die so sehr geheimgehaltenen Kulissen einer Firma in Donetsk zu schauen. Ueber Deutschland per Internetcafe versuchten wir den Virus erst mal selbst zu bekaempfen. Die naechste Variante war, im Internet Antivirenprogramme runterzuladen, welche teilweise nichts nutzten da sie zu gross waren und sich nicht gesplittet auf Diskette ziehen liessen. Wir teilten Iwona unser Malheur mit und sie sagte uns, dass es bei ihr in der Firma auch eine Computerabteilung gibt, die ziemlich fit ist. Gut, dachten wir uns, ein Versuch kann nicht schaden und da der Rechner eh nicht mehr viel sagte war dies unsere letzte Moeglichkeit. Wir tragen den ganzen Kraempel bis in den 6. Stock vorbei an unzaehligen Kontrollen und stehen dann vor einer Tuer die wohl die sicherste Eingangstuer ist, die wir je gesehen haben. Wir klopfen an und sie oeffnet sich. Ein kleiner Mann kommt heraus und faellt fast aus allen Wolken, dass wir es so einfach bis hier oben geschafft haben. „ Normalerweise kommt hier kein fremder hin“, sagt er zu Iwona. Wir schildern unser Problem und er bittet uns herein. Dann fuellt sich der Raum, der mit Hightech, wie Computern, Laufwerken, Kabel, Telefonen und sonstigen Elektronikanlagen vollgepumpt ist. Mehrer Fachleute versammeln sich um unseren Laptop. Nichts geht mehr! Iwona muss runter ins Buero und Quincy geht zurueck in die Stadt um die beiden Studenten Dennis und Alex abzuholen, damit wir wenigstens wieder einen Dolmetscher haben. Zelt, schlafen, essen und trinken beherrschen wir ja mittlerweile auf russisch, doch Computerfachbegriffe sind uns noch fremd. Und genau das wird Steppe zum Problem. Er bleibt mit inzwischen 6 Mitarbeitern in der Firma zurueck und schwitzt mit ihnen um die Wette. Aber aus anderen Gruenden. Eine sehr angespannte und ungewohnte Situation. Doch nach der Installation eines russischen Anti-Virus Programms sieht es ein wenig besser aus. Der Virus wird beseitigt. Zur „Zeitgewinnung“ zeigt Steppe den Mitarbeitern die Lemming Homepage und die Lage im Buero aendert sich. Die Mitarbeiter wollen ploetzlich alles ueber die Tour wissen und wollen auch noch Autogramme haben. Staendig oeffnet sich die Tuer, jemand kommt herein, schreibt sich die Homepage auf und geht wieder. Dann kommt endlich Quincy mit den beiden Dolmetschern zurueck. Jetzt werden die letzten Kleinigkeiten in Sachen Laptop geklaert.

Wunder geschehen doch noch und nach einem Tag in der Computerabteilung funktionierte fast alles wieder. Unglaublich. Wir bekommen noch eine Sicherungs- CD und die Mitarbeiter freuen sich uns kannengelernt und geholfen zu haben. Sie sind sehr Stolz auf sich gewesen solchen Sportsmen, wie wir hier immer genannt werden, helfen zu koennen. Nun konnten wir noch mit Iwona und den beiden Studenten Alex und Dennis ueber den Markt schlendern, wo wir erst mal ein paar Bleenis, so etwas wie Crepes, verschlangen und uns freuten, dass alles noch so eine gute Wendung genommen hat. Nebenbei haben wir noch ein paar Freunde gewonnen, die auch unbedingt Autogramme haben wollten. Wir liessen den Tag noch ausklingen, plauderten ein wenig mit Iwona und zeigten ihr auf dem perfekt laufenden Rechner, welche schoenen Ecken wir bisher auf unserer Reise gesehen haben.


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glocke aus bochum

Freitag 05

Freitag 05.07.2002                105.Tag

 

Visa aus Deutschland

 

So, heute faellt also die Entscheidung: Freie Fahrt mit Visa bis Almaty oder mit einem ausgelaufenen Visum Trouble haben in der Ukraine. Aber noch bleibt uns bis drei Uhr ein wenig Zeit, denn dann soll der Bus einrollen, der die heisse Ware( Reisepaesse mit den Visa) aus Deutschland nach Donetsk bringen soll. Bis dahin wird aber noch fleissig Tagebuch geschrieben, wie uebrigens auch die letzte Nacht und noch ein paar Fotos gemacht. Dies war alles notwendig, da wir hier noch die Moeglichkeit haben, die Sachen aus dem Internetcafe zu verschicken. Das Problem ist nur, die verflixten Dinger gehen nicht raus. Da faellt uns ein weiteres Mal Valera ein, der uns ja schon gestern aus der Patsche geholfen hat. Er ist etwas ueberrascht uns zu sehen, loest das Problem und ist froh uns wieder geholfen zu haben. Nach diesem kleinen Problem draengt die Zeit und wir machen uns auf die Suche zum Busbahnhof. Wir schaffen es mehr als zeitig und trudeln dort um 14.30 ein. Der Bus soll um 15.00 Uhr hier sein. Ist er natuerlich nicht und gerade als Quincy etwas zu trinken holt und Steppe alleine mit den beiden Gaeulen dort steht kommt der Bus. Alles geht dennoch gut und um 18.15 halten wir uebergluecklich die Visa in den Haenden. Nun wollen wir aber wenigstens noch aus Donetsk herausradeln, damit wir morgen diesem Stress aus dem Weg gehen. Zur Feier des Tages kaufen wir uns ein ganzen Hahn den wir am Abend verspeisen wollen. Wir fahren durch viele kleine Zechensiedlungen, die Luft ist auch nicht die Beste und wir kommen uns vor als ob wir geradewegs vor 30 Jahren durch den Ruhrpott rollen. Ein gewisses Flair ist dennoch nicht zu verleugnen. So langsam wird es dunkel und die Zechensiedlungen wollen nicht aufhoeren. An zelten ist hier nicht zu denken und wir sind froh als wir Sascha treffen, der uns eine leerstehende zu renovierende Wohnung fuer eine Nacht als Unterkunft anbietet.

 

Tkm

42,79

Zeit h netto

2.59

Æ-km/h

14.37

km/h max

41.4

km ges

5768

Wind

%

Straßenbelag

4

Profil

è

Temp ° C

31

Stimmung

1-

Defekte

%

 

 

Stationen: Donetsk, Charzisk


endlich unsere visa, feier mit huhn, der besagte busparkplatz, quincy fragt sich durch, alte kanone und wir,



schlafplatz Matveev Kurgan

Samstag 06

Samstag 06.07.2002              106.Tag

 

Drast,  Russland wir sind da

 

Wenn alles gut geht, werden wir die Uhr heute noch eine Stunde vorstellen, d.h., dass wir dann endlich nach all den Schwierigkeiten in Russland angekommen sind und dann Kasachstan entgegenfiebern. Bis zur Grenze sind es aber noch ein paar km. Sascha erklaert uns, dass es bis Rostov noch 170 Km sind und wir sind etwas ueberrascht, auf unserer Karte scheint es uns ein wenig naeher gelegen zu sein. Eigentlich wollten wir am Samstag schon in Rostov sein, dies koennen wir uns wohl wegen Grenzkontrolle und Gegenwind abschminken. An der Grenze angekommen ziehen wir mit unseren Raedern saemtliches Interesse der Zoellner auf uns. Zu Spitzenzeiten umlagern uns acht Beamte die einfach nicht glauben koennen, dass man so bloed ist und mit dem Rad von Deutschland nach Russland faehrt. Verduzt stehen sie um die Raeder herum und suchen den Motor, wir koennen dann nur auf unsere Beine verweisen und ernten Gelaechter. Die Zoellner sind sehr interessiert und wir bekommen an der Grenze keine weiteren Probleme. Internationale Krankenversicherung sowie Zollerklaerung auf russisch werden sofort akzeptiert und die Stimmung ist ziemlich geloest, locker und freundlich. Um ehrlich zu sein ueberrascht uns dies ein wenig,da wir vom russischen Zoll schon ganz andere Geschichten gehoert haben. Nun haben wir es endlich geschafft, wir sind in Russland. Unglaublich wie weit man hier ueber die Felder schauen kann. Alles wirkt so weitlaeufig, wie das Land an sich ja auch. Am letzten Schlagbaum der Grenze haben wir noch ueber einen Mann geschmunzelt, der unser Geld tauschen wollte, da direkt neben ihm ein Zoellner stand. Wir dachten uns nur, „ist ja wohl klar, wer da auch noch Provision bekommt. Schoen bloed, wenn man dort umtauscht“. Wer hier schoen bloed war erfuhren wir ca. 30 km weiter als unsere Getraenkevorraete sich so langsam dem Ende entgegen neigten und wir nur noch mit ein paar Dollar bewaffnet in kleinen Laeden versuchten damit etwas zu kaufen. Es war aussichtslos, niemand wollte unsere Dollar und Rubel hatten wir noch nicht. Man zeigte Mitleid mit uns und schenkte uns eine Flasche Wasser. Peinlich! So ein dummer Fehler wird uns hoffentlich nicht noch mal unterlaufen. Wir fuellen an einem Brunnen noch schnell unsere „Duschen“ auf und stellen unser Zelt in einem kleinen Waldstueck auf. Die Duschen haben extrem gut getan, die Muecken, die hier in ganzen Heerscharen ueber uns herfielen, weniger. Die Nacht war durch Motorradgeraeusche ein wenig unruhig, groessere Vorkommnisse waren aber Fehlanzeige.

 

Tkm

111,5

Zeit h netto

5.33

Æ-km/h

20.08

km/h max

51.4

km ges

5879

Wind

ç

Straßenbelag

2

Profil

ìî

Temp ° C

32

Stimmung

1-

Defekte

%

 

 

Stationen:Charzisk, Amvrosivka, Matveev Kurga


wir sind in russland,steppe ist umgestiegen, blick aus unserem zelt


weiter gehts in russia